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Am Wildkogel kann man den perfekten Familienurlaub in den Bergen erleben. © Wildkogel-Arena.at

Wenn der Berg ruft

Der Wildkogel in Salzburg will unbedingt bezwungen werden. Hinunter geht es rasant im Cart oder sogar auf dem ­Hosenboden. Als Draufgabe winkt eine Expedition in den Nationalpark Hohe Tauern.

Am Ende des Salzachtals thront der 2.224 Meter hohe Wild­kogel. Ihm zu Füßen, am Nordrand des Nationalparks Hohe Tauern, liegen Bramberg und Neu­kirchen am Großvenediger. Ob sanft oder abenteuerlustig: Alpintourismus wird hier im Oberpinzgau großgeschrieben. Während die Wildkogel-Arena Aktiv-Spaß und ­Abwechslung bietet, stehen in den ­Tälern und auf den Bergen südlich der Salzach ­Exkursionen in den Nationalpark Hohe Tauern im Mittelpunkt.

Erlebniswelt für jung & alt

Der einfachste Weg in die Wildkogel-Arena führt über den 2.500-Seelen-Ort Neukirchen. Von dort aus bringt einen die Wildkogelbahn bequem auf den Berg. Der erste Magnet für junge Bergfexe: der 10.000 Quadratmeter große Kogel-Mogel. In der Abenteuer-Arena können sich die Mädchen und Buben auf dem Riesentrampolin, einem Gleichgewichtsparcours und Klettergeräten nach Lust und Laune austoben. Erwachsene Begleiter tanken in der Zwischenzeit in der ­Relaxzone Energie oder genießen das ­imposante Panorama. Zu erspähen gibt es etwa den Großen Rettenstein (2.366 m), den markantesten Gipfel der Kitzbüheler Alpen. Auf der anderen Seite sieht man von der Aussichtsterrasse zum Nationalpark Hohe Tauern bis weit in die Großvenedigergruppe hinein. Dieser Ausblick begleitet Wanderer auch entlang des ­gesamten Panoramawegs.

Von der ­Berg­station führen die lang gezogenen Serpentinen hinunter zur Mittelstation. Während die Almwiese in tausendfacher Blütenpracht leuchtet, schweben über den Köpfen der Wanderer vereinzelt Para­gleiter in den Lüften. Ab der Mittelstation geht es flott weiter auf dem Weg ins Tal – am besten, man holt sich dort eine Matte. Denn jetzt wollen zehn Edelstahlrutschen, zwischen 22 und 53 Meter lang, bezwungen werden. Hinunterdüsen mit Aussicht garantiert die Panoramarutsche, drei Doppelrutschen laden zu Duellen ein und besonders ­Wagemutige lassen sich die Freifall-Rutsche nicht entgehen. 

Zur zwischenzeitlichen Stärkung bietet sich der Alpengasthof Stockenbaum an. Am Herd stehen dort Juniorchef Hannes und Bruder Stefan. „Viele Zutaten für unsere Spezialitäten sind Marke Eigenbau“, informiert Stefan, während er die feinen Kreationen aus seiner Küche anrichtet. „Kräuter bauen wir selbst an und das Rindfleisch stammt aus der eigenen Landwirtschaft.“ Dreierlei Suppen, Pinzgauer Kasnocken, Pfifferlingnudeln und Kreationen vom Wild entführen Gourmets in die regionale Küche.

Unmittelbar neben dem Gasthof kann man in einem Bogen-Parcours seine Zielgenauigkeit beweisen. Welt- und Europameister Christian Vorderegger und Vize-Europameisterin Sandra Feiel haben einen Familienparcours mit zehn Stationen sowie­ ­einen Panorama-Parcours mit 21 bzw. 28 Stationen zusammengestellt. Schließlich geht es zu Fuß oder mit dem Wanderbus zurück nach Neukirchen.

Auch die Mountaincart-Strecke im Nachbarort Bramberg bietet Adrenalin-Kicks. Rauf auf den Berg gelangt man bequem mit der Smaragdbahn, mit schnittigen dreirädigen Carts flitzt man anschließend die kurvenreichen vier Kilometer hinunter bis zur Mittel­station.

Paradies für Mountainbiker

Der Wildkogel lässt sich aber auch von Pedalrittern bezwingen. Rund 800 Kilometer Radrouten warten in der Ferien­region Nationalpark Hohe Tauern auf stramme Wadeln. Bei geführten Touren lässt sich die Schönheit der Region rund um Neukirchen und Bramberg entdecken – beispielsweise im Rahmen einer E-Bike-Tour: bei einer ganztägigen Mountainbike-Almentour auf den Pass Thurn, bei einer Tauern-Tour ins Hollersbachtal, auf einer Fahrt zu den Krimmler Wasserfällen oder bei der Königstour zur Baumgartenalm im Mühlbachtal.

Alleingänge sind im gut ausgeschilderten Radroutennetz ebenfalls keine Hexerei. Der Bike-Trail „Wildkogel“ beispielsweise führt von Neukirchen über die Talstation Gensbichl bis zur Bergstation der Wildkogelbahn. Der Trail weist eine maximale Steigung von 13 Prozent auf. Falls dem einen oder anderen Akku das Klettern zu viel wird – im Restaurant an der Berg­station gibt es auch Lademöglichkeiten für die Akkus von E-Bikes. 

Beliebt für Ausflüge mit dem Mountainbike ebenso wie für kurze und ausgedehnte Wanderungen sind die südlich der ­Salzach liegenden Täler hinein in den Nationalpark Hohe Tauern, wie etwa das ­Habachtal, das Unter- und das Obersulzbachtal. Obwohl nur durch jeweils einen Gebirgszug getrennt, zeigen sie komplett unterschiedliche Charaktere und haben jedes für sich erstaunliche Besonderheiten aufzuweisen. Das Habachtal beispielsweise ist das mineralreichste Tal der gesamten Hohen Tauern. Auch Ungeübte ­können dort den ­einen oder anderen schimmernden Edelstein erspähen. Vor allem Smaragde kommen in der Leckbachrinne dieses Tals häufig vor und ­können unter fachmännischer Anleitung geschürft und gewaschen werden. 

Ein rund 80 Meter hoher Wasserfall ist die markante Landmark des Untersulzbachtals. Eine weltweit einzigartige Besonderheit ist dort auch beheimatet: In der Knappenwand sind riesige bunte, ­bizarr miteinander verwachsene Kristalle des Minerals Epidot zu bestaunen. Der Schatz wurde 1865 von Alois Wurnitsch entdeckt. 24 Jahre davor wurde der Groß­venediger zum ersten Mal erklommen, und zwar durch das Obersulzbachtal. Dieser einzige Anstieg auf den Berg vom Norden her wird am seltensten genutzt. Startpunkt ist die Kürsinger Hütte. Von dort führt ein Wanderweg zum Venedigerkees, weiter über die Venedigerscharte zum Ostgrat, über den das Gipfelkreuz erreicht wird.

Bemerkenswert im Obersulzbachtal ist das Farbenspiel der von Veilchen-Steinalgen rot gefärbten Steine im Bachbett. Über Bettlersteig und Bettlerscharte ­besteht übrigens eine Fußwegverbindung zwischen den beiden Sulzbachtälern.

Smaragde und Kristalle

Mehr über das Gestein und das so­genannte „Tauernfenster“ fördert ein ­Besuch des Schaubergwerks Hochfeld ­zutage. Die höchsten Berge der Hohen Tauern werden aus Gesteinsschichten ­gebildet, die sonst in den Alpen nur in der Tiefe vorkommen. Hier im „Tauernfenster“ sind sie bis an die Oberfläche gekommen. Mit Glitzern und Funkeln wartet das Museum Bramberg auf: Die Ausstellung „Smaragde und Kristalle“ stellt die bedeutendsten Edelsteinfunde der Region vor: vom riesigen Skelettquarz über Bergkristalle und Smaragde bis hin zum größten Rauchquarz der Ostalpen. 

Apropos Vergangenheit: Auch eine Fahrt mit einem Dampfzug der Pinzgauer ­Lokalbahn verspricht unvergessliche Eindrücke. Seit 1898 schnaufen die Züge der Schmalspurbahn durch das Obere Pinzgau. Ausgehend von Zell am See, fahren die historischen Kolosse ab Mitte Mai ­jeden Donnerstag zwischen den Kitz­büheler Alpen und der Venedigergruppe bis Krimml. Dort bieten die größten ­Wasserfälle Europas ein eindrucksvolles Schauspiel. Mit lautem Getöse und regenbogenfarbenen Lichtspielen donnern sie über bis zu 380 Meter in die Tiefe.