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Der Wolfgangsee ist der ideale Ort um sich zu erholen und frische Kräfte zu tanken. © STMG/Stadler

Die Rückkehr der Sommerfrische

Der Sommerurlaub 2020 wird für viele Österreicher aufgrund der Corona-Krise anders aussehen als geplant. Fraglich sind alle Reisen ins Ausland. Doch dadurch ergeben sich auch Chancen: Viele Urlauber werden die klassische Sommerfrische wiederentdecken.

Sommerfrische ist ein etwas verstaubter Ausdruck, der 2020 völlig unverhofft wieder zum Trendwort werden könnte. Was heißt das überhaupt? Sommerfrische ist die Lust der Stadtmenschen auf einen Ausflug in ländliche Gefilde. Vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Sommerfrische der letzte Schrei. Heutzutage ist das Konzept nicht nur reichen Menschen, die zu ihrem Landsitz pilgern, vorbehalten. Vom Tagesausflug mit Auto oder Bahn über den Wochenendausflug in die nette Pension bis zum längeren Aufenthalt in der Ferienwohnung: Es ist Zeit, die klassischen Ziele der Sommerfrischler neu kennenzulernen.

Salzkammergut

Vielleicht die klassischste Destination schlechthin. Fuschlsee, Wolfgangsee, Attersee und Mondsee ließen schon im Fin de Siècle die Herzen der Städter höherschlagen. Die Landschaft ist einmalig und die Seen sind wunderschön. Aber der Ruf der Region hat auch stark davon profitiert, dass Kaiser Franz Joseph, unser letzter Monarch, Jahr für Jahr samt Hofstaat nach Bad Ischl, unweit vom Wolfgangsee, gepilgert ist. Noch heute ist die Kaiservilla die meistbesuchte Attraktion der Region. Der Kaiser genoss die Natur, das Essen und die Stunden mit seiner speziellen Freundin, Katharina Schratt.

Im Salzkammergut hat man in Sachen Urlaub die Qual der Wahl. Da wäre die unberührte Natur rund um den Attersee oder die Hochtäler und Gletscher rund um den Dachstein. Thermenliebhaber kommen in Bad Ischl auf ihre Kosten, Segler lieben den Traunsee, Fischer den Fuschlsee und das Ausseerland hat für jeden etwas zu bieten. Das Salzkammergut ist der Inbegriff der Sommerfrische.

Semmering und Rax

Sommerfrische auf den Spuren der feinen Wiener Gesellschaft: Zum Start des 20. Jahrhunderts war man ohne Sommerfrische in den Wiener Alpen so was von out. Die Betuchten der Stadt übernachteten in der Villa Antoinette am Semmering oder im Knappenhof am Fuße der Rax und genossen die Ruhe, die Natur und die malerische Aussicht. Heimito von Doderer etwa war Stammgast im Riegelhof in Prein an der Rax. Viele der klassischen Quartiere stehen übrigens heute noch zur Verfügung. 

Wandern, Radfahren, Klettern, Mountainbike, Golf: In Sachen Sport bleiben keine Wünsche offen. Ein Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes, der Semmeringbahn, sollte auch ein Pflichttermin sein. Immerhin machte die Bahn den Aufstieg des Semmerings zum Tourismus-Hotspot überhaupt erst möglich. Die Region ist aber auch ein heißer Tipp für Genießer. Die tolle Küche und die regionalen Zutaten lassen sich am besten bei den urigen Heurigen genießen.

Wörthersee

Der Wörthersee ist die Muse der Sommerfrische und inspirierte manch einen Künstler. Kein Wunder: Der See war Ende des 19. Jahrhunderts der Hotspot für Kunstschaffende und Mäzene. Gustav Mahler schrieb mehr als die Hälfte seiner Symphonien im Kärnten-Urlaub. Ein kleines, aber feines Museum nahe des Klagenfurter Strandbads Maiernigg erinnert an den Maestro. Auch Alban Berg war Stammgast in Velden und komponierte einige seiner wichtigsten Werke hier. Johannes Brahms machte von 1877 bis 1879 Urlaub in Pörtschach; dank einer Themenwanderung kann man hier auf den Spuren des Künstlers wandeln.

In der Zwischenkriegszeit waren dann etwa John F. Kennedy oder der Herzog von Windsor zu Gast. Auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren prominente Gesichter regelmäßig anzutreffen. Peter Alexander etwa hatte eine Villa in Krumpendorf.

Heute genießen Urlauber am Wörthersee natürlich das Wasser und die Strände. Aber auch Wanderer und Radfahrer kommen voll auf ihre Kosten. Schicke Bars und moderne Restaurants versprühen auch heute noch den Charme, der einst berühmte und betuchte Gäste nach Velden, Pörtschach und Co lockte.

Burgenland

Dass der Neusiedler See, gerne das Meer der Wiener genannt, in der Sommerfrische damals wie heute eine große Rolle spielt, sollte niemanden überraschen. Die Fischerei, der Weinbau, die Ausflugsziele: Hier gibt’s wirklich alles. Auch Segler, Surfer und Paddler werden hier glücklich.

Ende des 19. Jahrhunderts zog es aber auch viele Wiener nach Bad Sauerbrunn. Die Heilquellen zogen nach Eröffnung der Ödenburger-Wiener Neustädter Eisenbahnlinie Tausende an. Das erste Kurhaus öffnete 1853, die ersten Villen schossen in den 1870ern aus dem Boden. Noch heute lockt der Kurort mit Erholung, Kulinarik, Natur und der Heiltherme.

Mostviertel

Wenn das sommerliche Wien unter der Gluthitze stöhnt, entspannt man im Mostviertel bei einem vorzüglichen Birnenmost im Heurigen. Der Grund: Im Mostviertel ist es immer deutlich kühler als in Wien. Kein Wunder also, dass die Region für Menschen mit Lust aufs Land schon seit langer Zeit attraktiv ist. Egal ob in den kühlen Wassern des Lunzer Sees, bei einer entspannenden Bootsfahrt oder beim Genuss der zahlreichen lokalen Produkte, vom Saibling bis zum Bier, Sommerfrischler in spe werden das Mostviertel lieben.