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Österreich hat viele schöne Seiten. Wir haben neun Prominente aus neun Bundesländern nach Tipps für Reisende befragt. © Getty Images

Das ist meine geliebte Heimat

Österreich hat in Zeiten wie diesen Hochkonjunktur. Egal ob für den Winterurlaub oder für spätere Reisepläne: Neun Prominente geben unseren Lesern Tipps für alle neun Bundesländer. 

Die einen vertrauen auf Bewertungen von Hinz und Kunz, die man gar nicht kennt. GUTE REISE setzt dagegen auf das Urteil von bekannten Prominenten, zum Beispiel aus Kultur und Sport. Menschen, die die Welt kennen – und die schönsten Flecken in Österreich. Die einen sind hier geboren, die anderen haben dort eine neue Heimat gefunden. Lesen Sie, für welche Region in Österreich ihr Herz schlägt. Dazu gibt’s ganz persönliche Geheimtipps für einen erlebnisreichen Urlaub, von der schönsten Radtour bis zum besten Wein. 

„Ein Fluchtachterl noch!“

„Nach Wien? Warum? Wer sind Sie überhaupt und was wollen Sie? So einfach ist das nämlich nicht, denn es gibt Menschen und Touristen. Die Touristen suchen einen Hintergrund für ihr Selfie. Die Menschen haben schon einen Hintergrund und suchen darin sich selbst. Zum Beispiel am Stadtrand, im Kahlenbergerdörfl. Vor einem -Gemischten Satz vom Hirt. Aus der Doppelliterflasche. Du sitzt ganz oben, auf dem Kahlenberg, und liest in den Zeilen der Rebstöcke. Es ist deine eigene Geschichte, klar, wo du auch bist. Aber hier klingt sie so schön. Und unten fließt die Donau, mit der beginnt die Geschichte und mit ihr hört sie auf. Du hast den Überblick. Noch. Einen herrlichen Blick! Folgst dem Strom, hin zur nahen Stadt und sagst: ,Ein Fluchtachterl noch!‘ Egal, das Scherzl mit Bratlfett war ja eine gute Unterlage. Und zu viel Überblick ist vielleicht eh nicht so gut. Und der Abend ist silbrig. Die Lichter gehen an und der Himmel wird flüchtig rot. Schön wär’s gewesen, wenn jetzt dazu noch die Schrammeln gespielt hätten. Fast schon zu kitschig. Vielleicht beim nächsten Mal.“

Roland Neuwirth: Der 1950 in Wien geborene Autor, Sänger und Komponist arbeitet mit seiner Band Extremschrammeln seit mittlerweile 46 Jahren (!) an der Erneuerung des Wienerlieds. 

Die besten Käsknöpfle

„Vorarlberg ist ja immer eine Urlaubsreise wert – aber im Sommer ganz besonders. Ich empfehle den Bregenzerwald fürs Wandern, für Kulinarik, fürs Relaxen. Man soll ja Geheimtipps eigentlich für sich behalten, aber diesen hier gebe ich sehr gerne weiter: eine Wanderung oder Mountainbikefahrt nach Schönenbach, in die schönste Vorsäßsiedlung im Bezirk Bezau. Die Siedlung liegt malerisch auf circa 1.200 Metern Höhe. Die Bauern und Sennen, die mit ihrem Vieh den Sommer dort verbringen, kredenzen die besten Käsknöpfle. Skifahren
in Brand, Schwammerlsuchen im Nenzinger Himmel, Almabtrieb und Käsknöpfle in Sibratsgfäll im Bregenzerwald: Man ist und bleibt halt Vorarlbergerin.“

Ingrid Thurnher: In Bludenz geboren, lebt die Chefredakteurin von ORF III seit ihrem neunten Lebensjahr in Niederösterreich und Wien. Die Sehnsucht nach Vorarlberg und ihren Kindheitserlebnissen ist aber immer da. 

Vom Gletscher bis zum Bergsee

„Die Region Schladming-Dachstein, das ist für mich Urlaub pur. Das Gebiet ist unglaublich vielfältig – vom Gletschererlebnis bis zu den vielen idyllischen Bergseen. Im Winter bietet das verschneite Panorama einen tollen Blick. Das Rauschen der Wasserfälle kühlt an heißen Sommertagen ab. Neben der Natur ist es auch die Herzlichkeit der Gastgeber, die das Gebiet so besonders macht. Natürlich darf man auch nicht die kulinarischen Highlights vergessen: Ein traditionelles Gericht aus dem Ennstal sind die Roggenkrapfen mit Spitzkraut und Steirerkas. Kulturell steht der Bergbau im Mittelpunkt, der Schladmings Geschichte jahrhundertelang geprägt hat. Wenn man durch das Obertal und zu den Giglachseen wandert, ist vieles davon noch spürbar. Man kann Stollen und den Schmelzofen besichtigen. Auch sportlich ist viel los: Planai und Reiteralm sind Downhill-Paradiese für Anfänger und Profis. Dazu Wandern, Laufen, Rollerskaten und Schwimmen im Sommer. Im Winter Skifahren, Snowboarden, Langlaufen, Rodeln und Schneeschuhwandern.“

Anna Veith: Die Ex-Profisportlerin hat im Zentrum von Rohrmoos-Untertal mit ihrem Mann Manuel das ARX Boutique Hotel eröffnet. Die Hotelière schätzt auch die sportlichen Möglichkeiten des Ennstals und bietet Sport-Packages mit Training und gesunder Ernährung.

Die geheimen Ecken im Süden 

„Mit dem ,Traumhotel‘ oder der ,Klinik unter Palmen‘ bin ich auf der ganzen Welt unterwegs und sehe die traumhaftesten Strände und unberührte Naturwunder. Ich kann es also beurteilen, wenn ich sage: Am -schönsten ist es in Kärnten. Die Landschaft ist herrlich abwechslungsreich mit den Seen und Bergen, die Region ist sicher und die Menschen sind freundlich. Und es muss auch nicht immer die erste Reihe am Wörthersee sein: Fahren Sie mit dem Rad die Drau entlang durch Villach, entdecken Sie den Keutschacher oder Rauschelesee. Da gibt es noch völlig unentdeckte Ecken. Ich selbst habe ja Freizeitstress – zwischen Radeln, Golfen und Bootfahren komme ich kaum dazu, mich zu erholen. Aber was für mich immer wieder ein Fixpunkt ist: der Gasthof Neugebauer in Lölling, meinem Geburtsort. Das Essen ist eine fantastische Mischung aus Kärntner Spezialitäten mit oft asiatischem Einschlag. Da muss man einfach hin.“

Otto Retzer: Der Schauspieler und Regisseur wurde in Lölling geboren. Bekannt wurde er unter anderem durch die Erfolgsfernsehserie „Ein Schloss am Wörthersee“. Dort lebt er auch heute in Auen. 

Die Welt der Kellergassen

„Das Weinviertel: sanftes Hügelland unter einem sehr hohen Himmel, Kellergassen zwischen Rebhügeln, lang gestreckte Dörfer im Tal, kleine Städte zwischendurch. In Retz zum Beispiel mag ich es sehr, vom Rathausturm auf die alten Dächer zu schauen. Oder ich fahre – oder wandere – im nahen Pulkautal durch die Kellergassen und dann weiter zur tschechischen Grenze. Der Blick geht hier weit übers Land und die Stille macht Musik.“

Alfred Komarek: Mit seinen Kriminalromanen und dem Polizisten Simon Polt hat der Autor dem Weinviertel ein literarisches Denkmal gesetzt. Komarek besitzt in der Kellergasse von Obritz im Pulkautal ein Presshaus mit Weinkeller. Übrigens ist das Wiesbachtal in seinen Romanen das Pulkautal in der Wirklichkeit.

Vom grünen See auf die rote Wand

„In Oberösterreich bin ich gerne in meiner Heimat bei Spital am Pyhrn, beim smaragdgrünen, wildromantischen Gleinkersee unterwegs. Mit dem See verbindet mich eine sehr frühe Erinnerung, als mir mein Papa mit drei Jahren das Schwimmen beibrachte. Von dort bietet sich eine Wanderung über den Seegraben zur Jause bei der Dümlerhütte, auf die Rote Wand und weiter zur Wurzeralm an. Beim Gasthaus Seebauer kann man zum Abschluss regionale Bioprodukte genießen.“

Gerlinde Kaltenbrunner: Die Sportlerin und Abenteurerin wurde 1970 in Kirchdorf an der Krems geboren und ist die bekannteste Bergsteigerin des Landes. Kaltenbrunner hat als dritte Frau alle 14 Achttausender bezwungen, und das als Erste ohne Sauerstoffhilfe. Heute hält sie regelmäßig Vorträge und unterstützt die Nepalhilfe. 

Sehnsucht nach dem Monte Carlo der Alpen

„Ich bin in Bad Gastein im Salzburger Land aufgewachsen und fühle mich dem Weltkurort mit seiner tausendjährigen Geschichte, dem spektakulären Wasserfall und den Hotels im Stile der Belle Époque eng verbunden. Bad Gastein galt lange Zeit als das „Monte Carlo der Alpen“ und meine Kindheitserinnerungen speisen sich aus dieser großen Ära. Wer eine Wanderung auf dem Zirbenweg am Graukogel unternimmt, genießt einen wunderbaren Blick auf den Ort. Ein echtes Muss ist natürlich auch ein Thermenbesuch. Wer sich hingegen zu kulinarischen Höhenflügen aufmachen möchte, dem sei ein Besuch im „Ikarus“ im Hangar-7 in der nahe gelegenen Stadt Salzburg empfohlen. Gemeinsam mit dem visionären Dietrich Mateschitz haben wir hier ein weltweit einzigartiges Konzept mit monatlich wechselnden internationalen Starköchen umgesetzt. Besonders schön ist, im Sommer auf der Terrasse zu sitzen und den herrlichen Blick auf den Untersberg zu genießen. Unbedingt sollte man auch das Museum mit der außergewöhnlichen Flugzeugkollektion besichtigen.“

Eckart Witzigmann: Der Koch, Gastronom und Buchautor zählt zu den wichtigsten Aushängeschildern des Genusslands Österreich. Witzigmann wuchs in Bad Gastein auf und absolvierte dort auch die Kochlehre. Gault & Millau verlieh ihm 1994 die Auszeichnung „Koch des Jahrhunderts“.

Die Vielfalt im Osten

„Das Burgenland bedeutet Vielfalt der -Landschaft, Vielfalt der Menschen mit ihren verschiedenen Wurzeln und Traditionen. Das Burgenland erweckt in uns viele wunderbare Stimmungen, von verträumter Melancholie bis zu überschäumender Lebenslust und Sinnesfreude. Ich selbst bin in Bad Sauerbrunn am Fuße des Rosaliengebirges zu Hause und hier sehr glücklich.“

Toni Stricker: Der „Teufelsgeiger“ feierte heuer seinen 90. Geburtstag. Stricker, der seit 43 Jahren in Bad Sauerbrunn lebt, gilt als musikalische Seele Pannoniens und spielte mit allen Größen des Showbusiness. 

„Bleib wach für die eigene Region“

„Mein Vater war Forstingenieur und hat mich schon als Kind oft in den Wald mitgenommen. Ich war viel in der Nähe von Innsbruck unterwegs und kann jedem nur raten: Bleib wach für die eigene Region. Heute bin ich in Innsbruck auch Touristin und lebe in einer kleinen Weinbaugemeinde in Niederösterreich. Es gibt in Österreich so viele schöne Plätze. In Tirol liebe ich das Dreiländereck: wunderschöne Natur, herzliche Menschen und atemberaubende Wandermöglichkeiten. Mein absoluter Lieblingsfleck sind die Anton-Renk-Fälle mit einem Klettersteig. Ein Nervenkitzel der Superlative! Vor zwei Jahren hat mir das Christkind eine Tourenskiausrüstung gebracht. Das ist ein toller Sport. Aber ich bin ein Safety Junkie – darum sind die Touren mit meinem Mann immer gut geplant und sehr sicher.“

Kristina Sprenger:Die Schauspielerin ist in Innsbruck geboren, wo ihr Vater Vizebürgermeister war. Später ging sie nach Wien, um bei Elfriede Ott Schauspiel zu lernen. Heute lebt Sprenger in den Sooßer Wein-bergen, doch die Verbindung zu Tirol ist ungebrochen.