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Stubnerkogel mit Blick auf die Hohen Tauern . © Gasteinertal Tourismus GmbH

Gastein: Im Tal der Schätze

Silber und Gold, Thermalwasser und Heilstollen – und dazu eine imposante Landschaft: In Gastein hat die Natur wahrlich ihr Füllhorn ausgeschüttet.

Ein Tal. Zwei Thermen. Drei Orte. Und vier Sommerbergbahnen. Das ist Gastein. Wenn die letzten Schneefelder geschmolzen sind und die Natur Almen und Wiesen mit bunten Blumenteppichen überzieht, dann putzt sich das Tal heraus für den Sommer. Denn im Gegensatz zu den meisten anderen alpinen Regionen Österreichs lockt Gastein im Sommer fast ebenso viele Gäste an wie im Winter. 

Das mag an der Vielzahl an Möglichkeiten liegen, welche das längste der Salzburger Tauerntäler zu bieten hat: Da findet man zum Beispiel 600 Kilometer markierte Wanderwege, wo sich Murmeltiere zwischen Alpenrosen und 400 Jahre alten Zirben tummeln; da zählt man 60 bewirtschaftete Almhütten, 14 ausgewiesene Mountainbike-Strecken, einen 18-Loch-Golfplatz, einen Badesee sowie etliche glasklare Bergseen; und da locken täglich fünf Millionen Liter warmes Thermalwasser und ein 40 Grad heißer Heilstollen. 

Verkehrsgünstige Lage

Zudem ist Gastein bequem mit der Bahn zu erreichen: Der Eurocity zwischen Salzburg und Klagenfurt hält praktischerweise drei Mal im Tal und macht eine Anreise mit dem Auto überflüssig. 90 Kilometer südlich der Stadt Salzburg beginnt hinter einer Steilstufe das ­Gasteinertal. Die erste seiner drei Siedlungen ist Dorfgastein, das vor 50 Jahren noch ein ärmliches Bauerndorf war. Und obwohl der 1.500-Einwohner-Ort mittlerweile 1.500 Gästebetten zählt, ist der gemütliche Dorfcharakter nicht verloren gegangen.

Paradies mit Natur pur

Deshalb fühlen sich hier vor allem Ruhe suchende Urlauber und Familien wohl, die untertags von Hütte zu Hütte dem Salzburger Almenweg folgen und Steinpilze und Heidelbeeren sammeln. Oder die hinauf zu den beiden Paarseen wandern, die sich idyllisch in die üppig blühende Hochfläche schmiegen. Seit Mitte der 1980er-Jahre zeigen sich über den Gasteiner Bergen auch wieder die seltenen Bartgeier. Die imposanten Vögel – ihre Flügelspannweite beträgt 2,5 Meter – kommen sonst in Europa nur noch in Griechenland und in den Pyrenäen vor.

Goldkammer Europas

Das angrenzende Bad Hofgastein ist der historische Mittelpunkt Gasteins, an der sonnigsten und breitesten Stelle des Tals gelegen. Im 16. Jahrhundert war Bad Hofgastein die Goldkammer Europas, 850 Kilogramm Gold und 2,5 Tonnen Silber wurden pro Jahr gefördert. „Alles, was in Salzburgs Kirchen und Schlössern golden glänzt, kommt von hier“, sagt Franz Naturner, Geschäftsführer von Gastein Tourismus, stolz. 

Flanieren im Kurpark

Heute lässt es sich in Bad Hofgasteins Fußgängerzone stilvoll zwischen Cafés und Geschäften promenieren, gemütlich durch den zwölf Hektar großen Kurpark flanieren und danach im Kraftwasser der Alpentherme, einer gigantischen, 36.000 Quadratmeter großen Erlebnis- und ­Gesundheitswelt mitten im Ortszen­trum, regenerieren. 

Dementsprechend entspannt kann der Abend bei Familie Viehauser, in deren urgemütlichem, 500 Jahre altem Bauernhaus ausklingen. Hier, im sogenannten Schmaranzgut, serviert Markus Viehauser selbst gebrautes helles und dunkles Weißbier zu Blutwurstgröstl, Schnitzel und Braten. Das Fleisch stammt vom eigenen Biobauernhof und gekocht wird über offenem Feuer – so wie früher.

Wandern in den Hohen Tauern

Nach so viel schlemmen heißt es am nächsten Tag: ab auf den Berg und Kalorien verbrennen. Etwa auf den 2.467 Meter hohen Gamskarkogel, den höchsten Grasberg Europas. Einen Aussichtsberg wie ihn – der noch dazu von Bad Hofgastein relativ einfach zu erwandern ist – findet man nicht oft: Von seinem Gipfel aus überblickt man die gesamte Kette der Hohen Tauern, ja selbst die nördlichen Kalkalpen ragen vom Wilden Kaiser bis zum Dachstein auf. 

Direkt neben dem Gipfelkreuz thront die ­Gamskarkogelhütte. Sie gilt als die älteste Schutzhütte der Ostalpen und wurde bereits 1828 auf Geheiß von Erzherzog-Johann, dem steirischen Erbprinzen, der oft zur Jagd im Gasteinertal war, errichtet. 

Fast am Ende des Tals krallen sich zwischen dem tosenden Wasser Bad Gasteins imperiale Prachtbauten in den kalten Felsen. Mini-Manhattan und Monte Carlo der Alpen hat man den Ort auch genannt. Wie anno dazumal – so fühlt man sich, wenn man heute durch Bad Gastein schlendert; überall erinnern honorige Hotels und verwunschene Villen an vergangene Zeiten. Lange Jahre totgesagt und niedergeschrieben, erlebt Bad Gastein gerade eine eindrucksvolle Renaissance. Denn die junge kreative Szene Wiens, Hamburgs und Berlins hat die Alpenmetropole als Party-Hotspot entdeckt; sie nächtigt im stylischen Hotel Regina, speist Sushi im Ginger n’Gin und tanzt nächtens im Silver Bullet und im Haeggbloms bis in die Morgenstunden.

Tradition der Sommerfrische

Schon immer kamen Dichter und Denker ins Gasteinertal, um sich von Luft und Land inspirieren zu lassen. Selbst große und gekrönte Häupter wie Kaiser Franz Joseph I., Kaiser Wilhelm I. und Fürst Otto von Bismarck tankten hier Kraft. 

Der Grund dafür liegt am Fuße des Graukogels in Bad Gastein. Dort sprudeln täglich fünf Millionen Liter Thermalwasser aus insgesamt 18 Quellen. „Das ist unser größter Reichtum“, sagt Tourismus-Geschäftsführer Franz Naturner. Ein Bad im
Gasteiner Thermalwasser wirkt Wunder. Das wussten schon die Römer, die das begehrte heilende Wasser in Kannen füllten. 

Heute zirkuliert ein Drittel des radonhaltigen Wassers in einem unterirdischen Leitungssystem und versorgt 120 Hotels und Kurhäuser in Bad Gastein und Bad Hofgastein mit Thermalwasser. 

Eine Million Liter bekommt die Felsentherme in Bad Gastein, welche die älteste Therme Österreichs ist. Eine Million Liter wird in die Becken der Bad Hofgasteiner Alpentherme gepumpt; der Rest fließt ungenutzt ab.

Magie des Heilstollens 

Und noch einen Schatz hat das Tal – neben Silber und Gold, Thermalwasser und imposanter Bergwelt – zu bieten: den Gasteiner Heilstollen. Eigentlich war man Ende der 1930er-Jahre wieder auf der Suche nach Edelmetall, als man in 1.280 Metern Höhe die Bohrungen wegen der gewaltigen Hitze im Berg abbrechen musste. Die Knappen hatten eine Hitzekluft angefahren, ausgelöst durch die heißen Gase, die aus der Tiefe des Massivs stiegen. 

Ein besonderes Tal 

Heute sucht hier niemand mehr nach dem Gold, sondern nach Gesundheit. Der Cocktail aus hoher Luftfeuchtigkeit, einer Temperatur von 40 Grad Celsius und einer geringen Radonkonzentration gilt weltweit als einzigartig. Und so hat man den Stollen zum Heilstollen bei Rheuma und Asthma umfunktioniert. Ein eigener Stollenzug fährt die Patienten gemütlich ganze zwei Kilometer ins Innere des Radhausbergs. 

Gastein. Ein Tal, zwei Thermen, drei Orte, vier Sommerbergbahnen. Und 100 Gründe, (wieder) zu kommen. Und das zu jeder Jahreszeit.