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Diana Langes-Swarovski zeigt ihr Tirol. © Stefan Fürtbauer

Kaspressknödel und Kristall

Diana Langes-Swarovskis Großvater war im Liftgeschäft. Daher zieht es die Designerin auch oft in die wunderbare Bergwelt ihrer Heimat. Die Tirolerin mit Leib und Seele verriet GUTE REISE die besten Plätze. Auch für Wandermuffel! 

Die weltberühmten Kristallwelten, die ihr Vater Gernot Langes-Swarovski gegründet hat, wären als Treffpunkt natürlich naheliegend gewesen. Doch sie lädt lieber ins kleine Fußballstadion der Werkssportgemeinschaft Wattens ein. Dort hat sie ihr Büro. Schließlich ist sie seit vier Jahren die Präsidentin des Vereins. 

Diana Langes-Swarovski ist eine bemerkenswerte Frau. Nicht nur, weil sie als einzige Frau Österreichs an der Spitze eines Bundesliga-Fußballvereins steht. Die fesche Tirolerin arbeitete erfolgreich als Model, Gastronomin, ist Designerin und hat mit REAL FANATIC eine eigene Serie für Herrenparfüm ins Leben ­gerufen. Sie sieht sich selbst nicht als die „Kristallerbin“. Und auch nicht als Society Lady. Sondern als Familienmensch, Sportfan und vor allem als Tirolerin mit Leib und Seele. Das zählt.

Die Berge sind von ihrem Arbeitsplatz aus gut zu sehen. Die liebt sie. Auch den ersten Hausberg von Wattens. Der hat wegen seiner markanten Gipfelform den Namen Hundsberg erhalten. „Der eignet sich mehr für echte Kletterer, er ist steil“, warnt sie beim Aufbruch vom kleinen Alpenstadion. 

Wir schlagen lieber den Weg zum Wattenberg ein. Der ist deutlich gemütlicher“, sagt Langes-Swarovski. Nur eine halbe Stunde später erreichen wir durch den Gnadenwald die Walderalm. „Das ist wohl mein liebster Platz.“ Doch der kleine Ausflug erscheint der  ­naturbegeisterten Designerin erst mit Christl und Hermann Krismers Kaspressknödel so richtig perfekt. „Das sind die weltbesten“, schwärmt sie. „Außen ganz knusprig und innen herrlich weich.“ 

Wanderungen mit einem kulinarischen Abschluss zählen offenbar zum Hobby der Tirolerin. Und schnell landen wir im Gespräch beim besten Kaiserschmarren, der im Eisenpfandl und mit Vanilleeis und Schokosauce am Wattenberg serviert wird. „Wenn dann in der urigen Stube des Gasthofs Mühle auch die Teiflsschuach angezogen werden“, macht das Idyll für Diana Langes-Swarovski perfekt. Für Nicht-Tiroler: Ähnlich wie bei der bekannteren Teufelsgeige werden auch hier auf einem Holzstück mehrere Instrumente montiert. In diesem Falle haben Gitarrensaiten, Triangel und Tschinelle aber überdimensionale Holz-Clogs als Basis. Dementsprechend sind auch die Verrenkungen zur Musik eine Gaudi zum ­Zuschauen. 

Geheimtipp Wattens

Die große Leidenschaft für die Berge, denen sie auch ein Parfüm gewidmet hat („Real Fanatic Ski“), dürfte genetisch bedingt sein: „Mein Großvater war ja im Liftgeschäft.“ Und so führt noch heute der Weg im Winter auf die Skipiste.
Wobei der Tiroler Aprés-Ski-Trubel der letzten Jahre nichts abgewinnen kann. Lieber geht’s nach Lermoos-Biberwier. „Da ist alles familiär und überschaubar.“ Wenngleich es auch im nahen Außerfern einige schwarze Pisten zu befahren gibt. Immerhin 44 Lifte umfassen die „Bergbahnen Langes“, die nach ihrem Opa Giselher Langes benannt sind.

Doch jetzt ist Spätsommer. Da zieht es sie mit den beiden Kindern meist ans Wasser. Der klare Favorit von Joaquin und Maria: der auch im Sommer eiskalte Berglsteiner See. Der hat auf über 700 Metern Seehöhe eine besondere ­Attraktion zu bieten: Ein Floß, auf dem man zum Beispiel seine Forellen gleich direkt auf dem Wasser verspeisen kann. „Reinspringen geht echt nur, wenn es sehr heiß ist“, warnt die Kristallerbin. Doch die Füße eintauchen ist ein Hit.

Es sind solche Geheimtipps rund um Wattens, die sie gerne mit anderen teilt. Für Langes-Swarovskis Geschmack besuchen noch immer zu wenige die verwinkelte Altstadt von Hall. „Da habe ich auch geheiratet.“ Es war im Mittel­alter durch die Salzgewinnung der bedeutendste Wirtschaftsplatz Nordtirols. Die Münzstätte trug wesentlich zum weiteren wirtschaftlichen Aufschwung bei. 

Die hübschen Gässchen mit den liebevoll restaurierten Häusern verrät die große Geschichte der Stadt, die immer einen Ausflug wert ist. „Natürlich kann man bei einem Tirol-Urlaub auch ein Fußballspiel im Stadion Wattens ­besuchen“, gibt Diana Langes-Swarovski zum Schluss noch einen Tipp ein eigener Sache.