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Die bunten Märkte Malaysiens sind einen Besuch wert. © iStockphoto

Malaysia: Land der Vielfalt

Malaysia vereint die Schönheiten tropischer Natur – etwa auf Inseln wie Penang – mit urbanem Flair.

Traditionelle Einfamilienhäuser, alte Herrschaftsgebäude und Wolkenkratzer, die wie riesige Stecknadeln auf der Landkarte in den Himmel ragen: Die Mischung ist beeindruckend. Dazu das blaue Meer, das immer wieder zwischen den Lücken hervorblitzt. 

Penang ist mit 292 Quadratkilometern eine von Malaysias größten Inseln. Sie wird auch die „Perle des Orients“ genannt. Und das ist sie! Nirgendwo sonst lassen sich die Vielfalt der asiatischen Kulturen auf kleinstem Raum und der Artenreichtum der Natur besser erleben.

Zwischen Himmel und Erde

Wir machen uns auf den Weg zu diesen Schätzen, ich und mein Guide. Der Fahrer setzt den Blinker und biegt ab ins ­Innere der Insel Richtung ­Penang Hill. Mit einer Höhe von 830 Metern ist er der höchste Berg der Tropeninsel. Wobei er weniger mit seiner „imposanten“ Höhe als vielmehr mit dem dichten, oft undurchdringbaren Regenwald beeindruckt. 

Zum Gipfel geht es auf verschlungenen Pfaden durch den Wald. Und auch bequem mit der schmalspurigen Standseilbahn. Bereits nach wenigen Metern bietet sich ein Panorama, das auch an wolkenverhangenen Tagen zu überzeugen weiß. 

Eine imposantere Aussicht verspricht nun der sogenannte „Tree Top Walk“. Diese Plattform ist 13 Meter hoch, liegt rund 750 Meter über dem Meeresspiegel und gewährt einen 360-Grad-Blick über die Insel und sogar bis aufs Festland. 

Eine Tour durch „The Habitat“, ein erschlossenes Naturgebiet auf Penang Hill, am Rande des unberührten und geschützten Dschungelreservats ist Pflicht. Dabei erfährt man mehr über den 130 Millionen Jahre alten Regenwald und die reichhaltige Flora und Fauna. 

Rund 20 Prozent der Tierarten der Welt haben in Malaysias Regenwäldern ihr Zuhause gefunden. Darunter unzählige einzigartige Säugetier-, Vogel- und Spinnenarten wie etwa die Jäger-Spinne. Sie ist ganz schön groß, hat bis zu 15 Zentimeter lange Beine und acht Augen. Ihr Körper ist relativ flach, da sie vorrangig Schutz unter lockerer Baumrinde sucht – ein Kinderspiel im Regenwald.

Aufgrund ihrer geografischen Lage weisen die Regenwälder Südostasiens immer ein feuchtes Klima auf. Das ermöglichte ihnen, sich viel früher als die tropischen Urwälder Afrikas und Südamerikas zu entwickeln. Um diesen Schatz der Natur zu wahren, setzt Malaysia auf nachhaltigen Naturtourismus. 

Der 1,6 Kilometer lange Lehrpfad durch den Regenwald auf Penang Hill ermöglicht den Besuchern nicht nur Einblicke in die Natur, sondern auch darüber hinweg. Auf direkt an den Bäumen angebrachten, naturschonenden Aussichtsplattformen kann man von den „sanften Hügeln“ der Wälder bis hin zur Andamanensee, einem Randmeer des östlichen Indischen Ozeans, blicken.

Die Lust am Essen

Luke ist Mitte fünfzig, lebt seit seiner ­Geburt auf Penang und kennt Land und Leute wie seine Westentasche. Und auch ihre Eigenheiten, vor allem in puncto ­Essen. „Eine Mahlzeit auszulassen, ist ein Ding der Unmöglichkeit für uns Malai­en.“ Denn Essen ist für sie mehr als reine Nahrungsaufnahme. Da man Mittag- und Abendessen meist außer Haus und nicht selten in größerer Runde genießt, ist es auch ein Zeichen von Geselligkeit. „Während wir eine Mahlzeit einnehmen, denken wir schon wieder daran, was wir als Nächstes essen können“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. 

Dabei kommen gerne typische malaysische Gerichte wie etwa Roti Canai, eine Art dünnes Fladenbrot, auf den Tisch. Dazu gibt es verschiedene gewürzte Saucen zum Dippen, von mild bis scharf. So leitet sich auch der Name ab: Roti heißt Brot, Canai bedeutet Sauce. Zu kaufen gibt es diese Speise fast überall. Besonders die Food Markets und Streetfood-Stände sind ein guter Tipp.

Street Art und Tempelkunst

Einflüsse aus der chinesischen, indischen und auch arabischen Kultur spiegeln nicht nur Malaysias Bevölkerung wider. Sie prägen auch die gefüllten Platten und Schüsseln mit Essen, die in einem typisch malaysischen Lokal serviert werden. 

Der Großteil besteht aus Gemüse, einem Eintopf mit Fisch, scharfen Saucen und Reis. Gewöhnungsbedürftig, aber sehr ­lecker. Gegessen wird mit der rechten Hand, Stäbchen oder einem Löffel. Ein Messer gilt im asiatischen Raum als ­Waffe und ist in Lokalen höchstens in der Küche, aber nicht auf dem Tisch zu finden Penang ist das perfekte Ferienparadies. Die Insel hat von allem etwas: faszinierende Natur, Badestrände und natürlich auch jede Menge Kunst und Kultur. Der Bogen wird von traditionellen Tempelschätzen bis hin zur fancy Street Art ­gespannt. Etwas, das man hier nicht ­unbedingt vermuten würde. 

Die kunstvollen Wandmalereien sind besonders in Penangs Hauptstadt George Town zu finden. Ein Blick in eine der kleinen schmalen Gassen lohnt sich bereits. Ein kleiner Junge steht auf einem Sessel und streckt sich nach einer Vase. Was täuschend echt aussieht, ist in Wirklichkeit moderne Kunst. Die bunten Bilder zieren allerorts die Wände der alten Gebäude aus der britischen Kolonialzeit. George Town war einst ein wichtiger Handelsplatz an der Straße von Malakka. Die ­meisten Kunstwerke von George Town wurden vom litauischen Künstler Ernest Zacharevic entworfen. 

Ausgefallen, aber auf eine andere Art, geht es auch in den zahlreichen chinesisch-buddhistischen Tempeln und sogenannten Clan-Häusern zu. Eines der ­berühmtesten Clan-Häuser ist Khoo Kongsi am Cannon Square im Herzen des ältesten Teils der Stadt. Hier kann man in die Geschichte eines chinesischen Familien-Clans aus der Provinz Hokkien eintauchen. In seinem Inneren fühlt man sich wie ins alte China versetzt. Gold­bemalte geschnitzte Drachen kämpfen an der Wand gegen wilde Löwen, der fröhliche Buddha aus Stein sitzt breit grinsend neben dem traurigen, und der Duft von Räucherstäbchen und einer langen Geschichte liegt in der Luft. 

Die Nacht zum Tag machen

Wen die malaysische Kultur und ihre Besonderheiten tagsüber allzu sehr in ihren Bann gezogen haben, der kommt erst zu nachtschlafender Zeit dazu, sich so richtig unter die Locals zu mischen. Ein Streifzug über einen der vielen Night Markets ist zu empfehlen.

Der Batu ­Ferringhi Night Market ist ein über ein Kilometer langes Shopping-Paradies ­direkt neben der Straße, das, ganz im Asia-Stil, auch mit einer Prise Kitsch versehen ist. Es hat von 18 bis 24 Uhr geöffnet. Ein Stand reiht sich an den nächsten. Links leuchten farbenfrohe Lampen aus Papier, rechts winken frech dreinschauende Plastikkatzen dickbäuchigen Buddhafiguren zu. Und während sich knallpinke Hello-Kitty-Rikschas begleitet von lauter Technomusik ihren Weg durch die Straßen bahnen, koste ich eine exotische Frucht an einem der zahlreichen Straßenstände.

Das kommt einer kleinen Mut­probe gleich, denn die Durian-Frucht ist gewöhnungsbedürftig. „Entweder man liebt sie oder es bleibt bei einem einmaligen Vergnügen“, erklärt der Verkäufer lachend. Nun ja, für mich war der Aufenthalt auf Penang bestimmt nicht der letzte – dieses „fruchtige“ Erlebnis allerdings schon.

Verborgene Schätze

Die 292 Quadratkilometer große Insel Penang ist mit dem Festland über zwei Brücken verbunden. Die Penang Bridge, eine 13,5 Kilometer lange Schrägseilbrücke, ist ein berühmtes Fotomotiv. Immer wieder lohnt sich dort der Blick aus dem Fenster. Hohe, grün bewachsene Klippen wechseln sich ab mit Waldstücken und steinigen Felsvorsprüngen. Die Sonne steht im Zenit, als der Bus einer schmalen Straße folgt, die sich zwischen dichten Stauden ihren Weg bahnt und in einer Sackgasse endet. Eingebettet zwischen grün bewachsenen Felsen, liegt hier ein kleines von Natur und Menschenhand ­geschaffenes Paradies. 

Das Banjaran Hot Springs Retreat befindet sich in einem Tal in der Nähe der Stadt Ipoh und ist von 260 Millionen ­Jahre alten paläozoischen Kalkstein­hügeln, Regenwald, natürlichen Höhlen und Wasserfällen umgeben. Ein Quell für Erholungsuchende. Und zwar wortwörtlich. Geothermische heiße Quellen ­sorgen für wohlig warme Badewassertemperaturen. Definitiv ein Erlebnis!

Nicht ganz so versteckt, aber mindestens ebenso eindrucksvoll präsentieren sich die Batu Caves. Diese 15 Kilometer von Kuala Lumpur entfernt liegenden Kalksteinhöhlen sind zwar kein touristischer Geheimtipp, aber dennoch auf jeden Fall einen Besuch wert. Schon von Weitem sieht man die vor den Höhlen stehende 42,7 Meter hohe goldene Statue des ­Gottes Murugan. Genau 272 steile, aber schön bunte Stufen später steht man vor dem Eingang der Haupthöhle. Sie ist mit 100 Metern Höhe die größte der vier Höhlen.

Ein wenig tiefer liegt die Dark Cave, die auf verwinkelten Pfaden weit in den Berg hineinreicht. Ganz unten am Bergfuß kann man zwei weitere Höhlen besichtigen. Eine wurde als Kunstgalerie und eine als Museum eingerichtet. Diese Höhlen sind, wie auch die Haupthöhle, frei zugänglich. Ein Erlebnis und alleine schon eine Reise wert.

Und noch ein guter Tipp: Während des Höhlenerlebnisses sollte man gut auf Handy, Handtasche und Rucksack achtgeben! Vorwitzige Java-Affen stehen nicht nur für ein Selfie, sondern gerne auch für einen Diebstahl bereit.