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Chur ist der Hauptort des Kantons Graubünden. © Chur Tourismus

Chur: Von Bischöfen und Steinbockschmugglern

Viele Nicht-Schweizer kämpfen mit der korrekten Aussprache des Namens Chur. Die Stadt ist der Hauptort des Kantons Graubünden und die älteste Stadt der Schweiz. Urlaubern bietet Chur ein abwechslungsreiches Paket zwischen Kultur-, Sport- und Naturerlebnis.

Die Churer sind stolz auf ihre Geschichte. Kein Wunder, ist der Ort doch die älteste Stadt der Schweiz. Es ist nachgewiesen, dass schon 11.000 vor Christus Menschen in Chur gelebt haben. Durchgängig besiedelt ist die Stadt seit mindestens 5.000 Jahren. Seit 1.600 Jahren ist sie Bischofssitz und zwar einer der ältesten überhaupt.

Durch seine Lage an einer der wichtigsten Nord-Süd-Routen durch die Alpen, nahe bedeutender Pässe wie dem San-Bernardino-Pass, ist Chur seit dem Mittelalter ein kulturelles Zentrum. Davon zeugen einige Sehenswürdigkeiten sakraler Natur wie das Domdekanat oder das ehemalige Dominikanerkloster St. Nicolai.

Der goldene Hochaltar

Highlight ist aber die Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt. 1272 fertiggestellt, drückten diverse Bischöfe dem Bau ihren Stempel auf. Die Krypta und der erhöht liegende Chor sind sehenswert, ebenso die hochwertigen Fresken. Die Verzierungen sind liebevoll und das geschulte Auge kann etliche Entdeckungen machen, etwa diverse Schnecken, die zu den Säulen hinzugefügt wurden und als Symbole für die Wiedergeburt stehen. Die Kathedrale galt als Ort der Auferstehung, weshalb sich einige der Bischöfe hier beerdigen oder sogar einmauern ließen. Die große Sehenswürdigkeit in der Kathedrale ist unumstritten der Hochaltar. Das spätgotische Meisterwerk von Jakob Russ wurde handgeschnitzt und mit 24 Karat vergoldet.

Geburtsort von HR Giger

Die Bischöfe wurden Ende des 15. Jahrhunderts ihrer weltlichen Macht entbunden. Stattdessen dominierten von da an die Zünfte, etwa Rebleute und Schmiede, in Chur. Das war die Wende zur Neuzeit und ebnete den Weg für die Modernisierung. Heute kennt man die Stadt als einen der Hotspots für zeitgenössische Schweizer Kunst. So war Chur Geburtsort des bildenden Künstlers HR Giger, den man als Schöpfer der Filmfiguren Alien und als Oscar-Preisträger kennt. In Chur zeugen Statuen sowie eine Giger-Bar vom großen Sohn der Stadt.

Apropos Bar: Wer das Nachtleben liebt, sollte sich nicht von der Beschaulichkeit und Kulturorientiertheit der 37.000-Einwohner-Stadt täuschen lassen. Mit den dynamischen und abwechslungsreichen Großstädten Zürich und Basel kann die Kleinstadt natürlich nicht konkurrieren. Chur ist aber bekannt für seine hohe Lokaldichte. In der Ausgehmeile vom Kornplatz bis zum Welschdörfli geben sich Bars und Discos die Klinke in die Hand.

Der Stadtteil Welschdörfli ist das Zentrum der rätoromanischen Sprache, die im Kanton Graubünden von fünf Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Von hier kommt der Begriff Kauderwelsch. Welsch war eine Bezeichnung für die rätoromanische Sprache. Wenn man Martin Luther glauben darf, entstand Kauderwelsch aus dem Wort Churer-Welsch.

Malerische Bergwelten und urige Dörfer

Kultur ist eine Säule des Churer Tourismus. Die Landschaft sowie die Natur sind eine weitere. Chur liegt an der Rhätischen Bahn und ist Station der weltberühmten Bergbahnen Bernina und Glacier Express. Die atemberaubende Bergkulisse lockt alljährlich eine Vielzahl an Touristen an, darunter viele Asiaten. In Japan, Korea und China ist die Schweizer Alpenkulisse eine echte Berühmtheit.

Spannend ist auch der Churer Agrotourismus. Hinter dem Namen verstecken sich natürlich keine Schlägereien mit schwergewichtigen Schweizer Schwingern. Vielmehr entführt der ländliche Tourismus in die Dörfer und Bauernhöfe rund um Chur. Die Bündner Weindörfer sind besonders zu empfehlen, romantische Angebote wie Kutschenfahrten oder Übernachtungen in Stroh und Schlaf-Fass bringen die urige Schweiz ganz nah. Tipp für Weinliebhaber: das Weinbaumuseum in Chur.

Sport zu jeder Jahreszeit

Die Gegend rund um Chur ist auch ein beliebtes Ziel für Wanderer. Das malerische Rheintal erfreut sich großer Beliebtheit und der nahe Nationalpark, der älteste Mitteleuropas, ist ein artenreiches Naturparadies. In Chur rühmt man sich gerne der Steinböcke, die dort leben. Das Tier war in Graubünden eigentlich schon ausgestorben. Darum bemühten sich die Bündner, dem italienischen König Viktor Emanuel III. Anfang des 20. Jahrhunderts ein paar Exemplare abzukaufen. Da der König aber auf stur schaltete, schmuggelten die Schweizer kurzerhand Steinböcke über die Grenze. Heute leben im Nationalpark wieder 300 Exemplare.

Wandern kann man aber nicht nur im Sommer. Im Winter sind die Berge rund um Chur Schauplatz zahlreicher Schneeschuhwanderungen. Vor allem der Churer Hausberg, der Dreibündenstein, hat sich als Hotspot positioniert. Die Schneeschuharena Dreibündenstein verbindet die drei Gebiete Brambrüesch, Feldis und Pradaschier. Die trendigen Crossblades kommen hier auch nicht zu kurz. Crossblades sind eine Mischung aus Schneeschuh und Ski, die sowohl zum Gehen als auch zum Gleiten geeignet ist. Chur nimmt hier eine Vorreiterrolle ein.

Skigebiete in unmittelbarer Nähe

Der Brambrüesch ist auch der Haushang der Churer und das nächstgelegene Skigebiet. Dank der Brambrüeschbahn ist das in wenigen Minuten erreichbar und führt auf bis zu 2.200 Meter über den Meeresspiegel. 20 Kilometer Naturschneepisten bieten reichlich Platz sich auszutoben.

Auch die Skigebiete Arosa-Lenzerheide und Flims-Laax sind schnell erreichbar. In sämtlichen Gebieten gibt es die Chance, Skitouren zu machen, zu rodeln oder auch dem Langlaufen zu frönen.

Das war es aber noch nicht mit dem Sportangebot. Von Klettern über Nordic Walking bis zum Schwimmen im Sportzentrum deckt Chur den gesamten alpinen Erlebnisbereich ab.  Mehr Infos zum Angebot finden Sie unter diesem Link.

In wenigen Minuten vom Museum auf die Piste und ebenso schnell wieder retour zum Apéro in der hippen Bar. Chur holt alles aus seiner geografischen Lage heraus und vereint Kultur, Natur und Sport in einem attraktiven Paket der kurzen Wege.