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Das Radeln im Ruhrgebiet ist für die ganze Familie geeignet. © radrevier.ruhr / Jochen Tack

Radeln zwischen Natur und Industriedenkmälern

Wenn man an das Ruhrgebiet denkt, sind Radfahrer vielleicht nicht unbedingt die erste Assoziation. In der Tat gibt es dort ein dichtes Radwegenetz. Vor den imposanten Zeitzeugen der Industriekultur und inmitten von Wiesen, Wäldern und Gärten bietet sich eine einmalige Kulisse.

Unter dem Titel radrevier.ruhr entdeckt sich das Ruhrgebiet seit einigen Jahren neu. Die Metropole Ruhr wird dank zahlreicher Initiativen im Tourismusbereich sukzessive zur Radmetropole umgewandelt. Auf den Bahntrassen, die einst die riesigen Industriebetriebe mit der Außenwelt verbanden, hat man heute beispielhafte Radwege geschaffen, die quer durch die Region führen.

Zwischen Stellwerken und Signalanlagen

Insgesamt ist das Radwegenetz 1.200 Kilometer lang. Die Bahntrassen sind zweifellos das Rückgrat des Netzes. Statt überdimensionierter Züge, die von Fabrik zu Fabrik fahren, gleiten heute entspannte Radlergruppen durch die Landschaft. Die Trassen sind gleichzeitig auch ein Fenster zur Geschichte der Region, die so lange und intensiv von der Industrie geprägt war. Die Erzbahntrasse etwa führt von der Jahrhunderthalle Bochum bis zur spektakulären Grimberger Sichel, die mit einer Spannweite von 150 Metern den Brückenschlag über den Rhein-Herne-Kanal macht. Highlight ist die 130 Meter lange Erzbahnschwinge im Bochumer Westpark.

Nordsternweg und HOAG-Bahn

Der Nordsternweg wiederum geht vom UNESCO-Weltkulturerbe Zollverein in Essen bis zur Zeche Nordstern in Gelsenkirchen. Dieser Radweg ist eine der zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Region, die für das Jahr als Europas Kulturhauptstadt 2010 geschaffen wurden. Höhepunkt ist die tolle Rundumsicht über das Ruhrgebiet, die hier geboten wird. Auch die HOAG-Bahn zwischen Oberhausen und Duisburg oder die rheinische Bahn zwischen Essen und Duisburg sind für Radler empfehlenswert.

Entlang der zahlreichen Radwege finden sich auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Der BernePark in Bottrop liegt auf der Emscher-Insel zwischen Gasometer Oberhausen und Nordsternpark Gelsenkirchen, direkt am Emscher-Radweg. Definitiv ein einzigartiges Industriedenkmal. Sehr beliebt sind auch das Eisenbahnmuseum Bochum und das LWL-Museum für Archäologie.

RuhrtalRadweg und Mountainbike

Abseits der Trassen muss man den RuhrtalRadweg als Highlight nennen. Auf 240 Kilometern folgt der Weg der Ruhr von ihrer Quelle im Sauerland bis zu ihrer Mündung in den Rhein in Duisburg. Die Tour durch die ausgesprochen sanfte Landschaft dauert je nach Wadenmuskulatur drei bis fünf Tage. Zu besichtigen gibt es auch reichlich. Der Weg führt an Schlössern, Museen und den allgegenwärtigen Industriedenkmälern vorbei.

Im Ruhrgebiet kann man auch mountainbiken. Zwar gibt es renommierte Regionen in Deutschland, mit den Halden Hoheward und Hoppenbruch hat die Metropole Ruhr aber zwei starke Angebote.  Die Halde Hoheward ist ein sechs Kilometer langer Trail-Rundkurs mit Panoramablick vom Haldenplateau. Dabei muss man reichlich klettern, kann aber auch bei zwei Downhill-Passagen Luft holen.

In der Halde Hoppenbruch finden Biker einen 4,4 Kilometer langen Enduro-Rundkurs. Analog zu Skipisten in den Alpen sind die Wege blau, rot und schwarz kategorisiert. Die weiten Sprünge und steilen Passagen sind eher für Fortgeschrittene und Mutige geeignet.