+43 1 740 32-0willkommen@gutereise.eu
Radtouristen sind auch in Palma zu sehen. © iStockphoto

Mallorca per Rad

In die Pedale treten statt nur am Strand dösen: Auf Mallorca boomt abseits des Sommers der Radsporturlaub. 

Weite Sandstrände und türkisfarbene Badebuchten, faszinierende Sehenswürdigkeiten und eine Küche für Genießer: Um die malerischen Seiten von Mallorca zu entdecken, braucht es kein (Miet-)Auto. Das geht besser bei einer Fahrradtour. Rund 50 Anbieter helfen dabei. Hürzeler ist der Branchenprimus. Er hat alles im Gepäck: vom Mountainbike bis zum Rennrad. Auch neueste E-Bikes, die ein entspanntes Radfahren ohne Schwitzen ermöglichen.

GUTE REISE traf Max Hürzeler, den Pionier des organisierten Radsporturlaubs. Braun gebrannt und mit einem ­Lächeln im Gesicht erinnert sich der ehemaligen Radweltmeister: „Die Idee professioneller Radsportreisen steckte 1986 noch in den Kinderschuhen. Damals ­kamen nur 50 Leute. Ich war froh, fünf Wochen kostenfrei trainieren zu dürfen.“ Er scheint selbst etwas erstaunt darüber, was er da einst losgetreten hat. 

Die abwechslungsreiche Topografie der Insel, die angenehmen Temperaturen und vor allem die gute Erreichbarkeit mit dem Flugzeug haben für einen Boom gesorgt. „Auf Mallorca stimmt eben alles“, ist Hürzeler überzeugt. „Seit dem Jahr 2010 ist Radurlaub ein Erfolgsmodell für die beiden Nebensaisonen.“ Es kommen rund 150.000 Radsportler pro Jahr.

Die Saison startet im Februar, wenn die Mandelblüte die Insel in ein rosa-weißes Farbenmeer taucht. Das ist die Zeit, in der Profiteams beim Trainingslager das modernste Rennrad-Material testen. März bis Mai sowie Oktober bis Dezember sind die idealen Monate für einen entspannten Radwanderurlaub. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 17 bis 23 Grad. Der Osten der Insel begeistert mit fjordähnlichen Buchten wie Cala Pi, Cala Màrmols oder Cala Mondragó und den weiten Sandstränden von Es Caragol oder Es Trenc. Letzterer liegt in ­einem faszinierenden Naturpark, in dem auch das gleichnamige, weltbekannte Flor de Sal aufwendig geschöpft wird. 

Entdeckertour durch die Metropole Palma 

Die quirlige Hauptstadt Palma hat eine wunderbare Altstadt. Römer, Araber und Byzantiner haben Spuren hinterlassen. ­Imposant erscheint die riesige Kathedrale La Seu: 44 Meter hoch, 110 Meter lang, 33 Meter breit bietet sie Platz für 18.000 Menschen. Auch ein architektonischer Leckerbissen: die frühere Handelsbörse La Lonja, ein Meisterwerk der Spätgotik. In La ­Almudaina, einst Regierungssitz des arabischen Emirs, residiert heute die spanische Königsfamilie in den Ferien. Zumindest ein Kunstareal muss man sehen: Im Museu es Baluard sind Werke von Joan Miró, Antoni Tàpies, Miquel Barceló und anderen Weltklassekünstlern zu bewundern.

Von der Restaurant Lounge hat man einen perfekten Blick auf Hafen und Kathedrale. Das Schöne an Palma ist: Die Tour zu den Sehenswürdigkeiten lässt sich bequem mit Shopping und dem Gustieren der regionalen Küche verbinden. Ein paar Schritte in die kleinen Seitengassen und man entdeckt ein Stadtviertel praktisch im Vorbeigehen. Ein Tipp: Kosten Sie die Sobrasada. Die würzige, luftgetrock­nete, streichfähige Rohwurst ist eine Spezialität.

GUTE TIPPS

Hotel: Occidental Playade Palma 

Das Vier-Sterne-Hotel war das erste der Barcelo-Gruppe, die weltweit für Qualität steht. Das im mallorquinischen Stil erbaute Hotel bietet 275 helle und komfortable Zimmer. Besonders empfehlenswert sind die behaglichen und geräumigen Suiten und Apartments. Das Hotel hat zwei Pools, einen Fitness- und Wellnessbereich und ein eigenes Radsportzentrum. Trotz der Nähe zur Playa de Palma bietet es Ruhe. 

Mysterium: Ballermann 6

Die sechs Kilometer lange Playa de Mallorca ist weltbekannt. Im Hochsommer verwandelt das Partyvolk den Ballermann, den schönen Sandstrand und die breite Promenade auf nur 900 Metern, in ein Tollhaus. Doch in den beiden Nebensaisonen regiert auch diesen Abschnitt der Fahrrad-Tourismus.

Essen: Bar Abaco
Prunkvoll: Die Bar Abaco nutzt einen palastartigen Saal aus dem 17. Jahrhundert. Der ist dekoriert mit beeindruckenden Blumenarrangements, Körben voller Früchte, Palmwedeln, alten Gemälden, Teppichen, Statuen und einem offenen Kaminfeuer. Es gibt dazu passend klassische Musik. Die Drinks sind teuer. Die Bar schließt angeblich Ende 2019. Ein einzigartiges Erlebnis.

Trinken: Weingut Son Prim
Der Charme des recht jungen Winzers Jaime Llabrés ist ähnlich faszinierend wie die Qualität seiner Weine. Im Gespräch spürt man die Passion, die ihn bei der Arbeit im Weingut Son Prim leitet. Ein Besuch der Bodega Son Prim ist empfehlenswert.

Naschen: Fornet de la Soca
Die kleine Bäckerei Fornet de la Soca von Tomeu Arbona setzt auf die mallorquinische Tradition. Es gibt „Entrunyellada“, eine geflochtene Ensaïmada auf Kartoffelbasis, Apfeltarte und Artischockenpasteten.

Ausflug: Weißes Gold

In den Salinen von Es Trenc entsteht mithilfe der Sonne Flor de Sal. Das reinste und wertvollste Meersalz ist reich an Mineralien.