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Perfekte Bedingungen am Wilden Kaiser – auch unter den Füßen. Der Curv Ti überzeugt GUTE REISE-Chefredakteur Helmut Widmann im Praxistest. © Helmut Widmann

Vom richtigen Ski und der Qual der Wahl

Welche Ski passen am besten zu mir? Diese Fragen stellen sich viele. GUTE REISE hat sich vom Fischer-Experten Christoph Kellner Tipps für unsere Leser geholt und gleich den Ski „Curv Ti“ in Tirol am Wilden Kaiser getestet.

Beim Skikauf regiert die Qual der Wahl. In Sportgeschäften sind viele Laufmeter voll mit Ski aller Arten. Dazu verführen Aktionen zu einem Schnäppchenkauf, den man später vielleicht bereut. „Minus 75 %“: Das war für mich vor Jahren der Anreiz zum Kauf neuer Ski – noch dazu toller Slalom-Ski. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass es für mich die grundverkehrten Bretteln waren.

Christoph Kellner von Österreichs Traditions-Skimarke Fischer warnt: „Der größte Fehler ist die Unwissenheit über das eigentliche Einsatzgebiet des Skis: vermehrt Piste, Allmountain, Tour, Freeride oder kompletter Rennlauf. Daraus stellt sich die Frage, wo der Ski seine Stärken haben soll. Man muss sich bewusst sein, ob und wie kraftraubend der Ski sein darf, welche Kurven man bei welchem Gelände und Tempo bevorzugt – und man muss sich ehrlich einschätzen.“

Dies betrifft speziell das eigene Fahrkönnen sowie Fitness und Kondition. Natürlich weiß Otto Normalverbraucher, dass er kein Spitzenfahrer ist. Dazu macht ihn aber auch kein Rennski, im Gegenteil: „Das sind Ski, die sehr kraftraubend sind. Aufgrund der geringen Taillierung in Verbindung mit längeren Längen sind sie schon im Eigengewicht um ein Vielfaches schwerer“, so Christoph Kellner. Da nutzt es nicht viel, dass Rennski im normalen Verkauf anders aufgebaut und stärker tailliert sind.

Man kann Fehler machen, aber sollte dazulernen. So habe ich meine alten Ski ins letzte Kellereck gestellt, und mir von Fischer Rat über einen neuen Ski geholt. Angemessen an mein überschaubares Können, meinem Alter 50+ und dem Umstand, die sportive Zeit hinter mir zu haben, wurde mir das Modell Curv TI empfohlen.

Christoph Kellner über dieses Modell: „Der Curv Ti ist ein sportlicher, hochwertiger Ski, dessen Air-Carbon-Holzkern auch bei höheren Geschwindigkeiten den Ski ruhig durch die Kurve gleiten lässt. Der dreifache Radius Shape in der Konstruktion ermöglicht eine bessere Kontrolle und Kraftübertragung während des gesamten Schwungs, beginnend von der exakten Schwungeinleitung über die präzise Gleitphase auf der Kante bis hin zur finalen Beschleunigung am Ende des Schwungs.“

Die Theorie klang gut, dann ging es zum Praxistest zum Wilden Kaiser in Tirol. Und in der Tat: Der Curv Ti liegt ruhiger in allen Skilagen. Und ganz besonders wichtig für mich: Der Ski verzeiht viele Fehler, lässt einen gut korrigieren. Kein Vergleich zu meinen alten Ski. Und die Laufruhe tut auch dem Selbstbewusstsein gut und steigert das Fahrvergnügen. Der Skitest vor der Kulisse eines traumhaften Winters verläuft absolut zufriedenstellend – bis zur schwarzen Piste namens „Black Eagle“. Diese geht runter von der Bergstation der Hohen Salve auf 1.800 Metern Seehöhe. Das Gefälle der Piste von 75 Prozent war dann doch zu viel – aber für den Fahrer, nicht für den Ski.