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Salamander zählen zu den Lieblingen von Rudi Jagersberger, 62 JahreNaturparkführer, Seniorwirt und Waldfreund. © www.picturedesk.com

Im Wald ist es herrlich

Er zeigt Kindern, wie Holzknechte früher ­gewohnt haben, und kocht mit ihnen Grießsterz über ­offenem Feuer. Rudi Jagersberger lehrt Wanderern im Wald das Sehen.

Bei uns, ich meine jetzt den Naturpark Eisenwurzen, gibt es eine der größten Ameisenkolonien Europas. Die treten im wahrsten Sinne des Wortes zuhauf auf. Auf vielleicht 2.000 Quadratmetern ist tatsächlich ein Haufen neben dem anderen. Die halten das natürliche Gefüge im Wald in Ordnung. Ich glaube, die waren schon immer da.

Wir haben auch ein Hochmoor mit vielen kleinen Tümpeln. Da muss man mit offenen Augen durch – dann entdeckt man viele ­seltene Tiere, die Gelbbauchunke zum Beispiel, die man sonst kaum noch findet, oder den Alpensalamander. Bei einer Wanderung in ­aller Herrgottsfrüh, als es fast noch finster war, habe ich einmal ­innerhalb von einer Stunde 60 Salamander gesehen.

Ich bin selber immer am meisten begeistert. Jetzt, im Frühjahr, blüht der stängellose Kalkenzian, der ist tiefblau, oder das Jägerblut und eine besondere seltene Primelart, die Clusius-Primel, die man sonst kaum wo findet. Ich liebe den Wald. Da fährst du den Organismus runter, denkst nimmer, bist einfach nur du selber – das ist herrlich.

Geführte Wanderungen gibt es bei uns natürlich oft. Bei uns werden gerne Schullandwochen abgehalten. Da wandern wir zuerst so drei, vier Stunden. Ich sage immer, wir suchen die Natur. Dann zeige ich den Kindern, wie die Holzknechte früher gewohnt haben, wenn sie wochenlang im Wald waren. Und manchmal koche ich mit ihnen Grießsterz über offenem Feuer.

Auf dem Königsberg haben wir zwei Almen. Da gibt es die ­Kitzhütte (1.280 Meter) und die Siebenhütten (1.297 Meter). Dort kann man auch jausnen. Die Almen sind übrigens bewirtschaftet, im Sommer ist das Jungvieh oben. Auf die Kitzhütte kommt jeder rauf. Ich sag immer, das ist eine Wanderung, die jeder „dablast“. 

Natur erleben

Naturpark Eisenwurzen. Dieser Naturpark erstreckt sich über eine Fläche von rund 5.000 Hektar und bietet eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft.

Kitzhütte. Die Kitzhütte liegt auf 1.280 Metern und ist von Hollenstein in ca. eineinhalb Stunden, von der Kleinpromau in zwei Stunden zu erreichen.

Gasthof Jagersberger. Der Gasthof wird heute von Marion und Peter Jagersberger geführt. Hier gibt es auch einen einzigartigen Fünf-Elemente-Weg, der direkt durch den Wald zum Kräutergarten führt.