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Leipzig haucht dem industriellen Erbe neues Leben ein. © Leipzig Tourismus und Marketing GmbH/Andreas Schmidt

Leipzig feiert Jahr der Industriekultur

Altes Eisen? Nicht in Sachsen. Dort wird 2020 die 500 Jahre alte Industrie- und Gewerbetradition gefeiert. Ein Höhepunkt ist die 4. Sächsische Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" von 25. April bis 1. November 2020 in Zwickau und an weiteren sechs authentischen Schauplätzen.

Der Leipziger Stadtteil Plagwitz gilt als die Wiege der deutschen Industrie. Vor allem zwischen 1840 und 1880 wurde Leipzig zur Pionierstadt für die Industrialisierung. Heute ist das ehemalige Industriegebiet in Plagwitz und Lindenau ein einzigartiges 90 Hektar großes Flächendenkmal der Industriearchitektur. Die meisten Bauensembles der Gründerzeit und der frühen Moderne blieben erhalten. Großflächige Industriekomplexe, erbaut aus solidem Backstein, sind bis heute Zeugen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert.

Wo einst die Spinnmaschinen ratterten, Schlote rauchten und Tausende Arbeiter ihr Tagwerk vollbrachten, ist in den letzten zwanzig Jahren neues Leben eingezogen. In ehemaligen Fabrikhallen entstanden exklusive Lofts und international bedeutende Kunstzentren wie die Baumwollspinnerei, das Kunstkraftwerk, das Westwerk und das Tapetenwerk.

Leipzig ist „in“

Die New York Times kürte Leipzig zu einem der Orte, die man 2020 unbedingt besuchen muss. Hauptgrund für die Auszeichnung sind die Veranstaltungen zum Jahr der Industriekultur, die einen breiten Bogen von Ausstellungen bis hin zu Open-Air-Theater spannen. Bis 1. März 2020 zeigt das Museum der bildenden Künste Leipzig die Ausstellung „Der optimierte Mensch - Momente der Industriekultur in der bildenden Kunst“. Präsentiert werden circa 40 Kunstwerke, die sich mit den Auswirkungen des technischen Fortschritts auf den Menschen seit Beginn der industriellen Revolution beschäftigen.

Auf keinen Fall sollte man die 4. Sächsische Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen" von 25. April bis 1. November 2020 in Zwickau und an weiteren sechs authentischen Schauplätzen verpassen.

Im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig ist von 10. Mai bis 1. November die Ausstellung „WerkStadt Leipzig. 200 Jahre im Takt der Maschinen“ zu sehen. Sie zeigt rückblickend Produkte und Leistungen ausgewählter Firmen und Arbeitswelten und stellt sie Zukunftsprojekten moderner Unternehmen gegenüber. Das Kunstkraftwerk lässt den Besucher ab 9. Mai 2020 in seiner immersiven Show „Urbane Transformation im Westen“ auf eine Zeitreise gehen und in multimediale Bilderwelten eintauchen.

Blech-Verführung und Bergbau-Party

Weitere Ausstellungen wie „Das Auge des Fotografen. Industriekultur in der Fotografie seit 1900“ (8.3. bis 28.6.) im Museum für Druckkunst oder „Reklame - Verführung in Blech“ (26.11. bis 9.5.2021) im GRASSI Museum für Angewandte Kunst, bei der es um das Thema Werbeschilder aus Emaille geht, visualisieren die Industriekultur aus unterschiedlichen Perspektiven. Die 8. Tage der Industriekultur in Leipzig und Region sowie das "Offene Werktor" bieten von 3. bis 6. September die spannende Möglichkeit, rund 30 Unternehmen von innen kennenzulernen.

Der Bergbau-Technik-Park im Leipziger Neuseenland lädt von 14. März bis 15. November 2020 zu Erkundungen ein und gibt einen Einblick in den kompletten Förderzyklus der Braunkohle. Industriekultur „open air“ bieten das Theater der Jungen Welt am 6. und 7. Juni mit „Auf sieben Brücken“ und „Bohei und Tamtam“ am 4. Juli mit der schon traditionellen "Parade der Werktätigen" auf der Karl-Heine-Straße, organisiert von der Schaubühne Lindenfels. Die Kulturfabrik Werk 2 organisiert von 5. bis 23. September zwei Festwochen zur Industriekultur mit Führungen, Theater Adolf Südknecht, Science Slam, Lesung und Party.