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Im März erschien Vea Kaisers dritter Roman "Rückwärtswalzer". © Ingo Pertramer

Nachgefragt: Vea Kaiser

Vom Heiratsantrag in Tokio bis zum ersten Urlaub in Apulien: GUTE REISE hat Autorin Vea Kaiser zu ihren speziellsten Reiseerlebnissen befragt.

Die Wienerin Vea Kaiser (30) ist der Shootingstar der österreichischen Literatur-Szene. Nach dem Studium von Altgriechisch, Latein und Germanistik feierte sie 2012 mit dem Roman „Blasmusikpop“ ein überaus erfolgreiches Debüt. Auch ihr zweites Werk „Makarionissi“ wurde zum Bestseller und in mehrere Sprachen übersetzt. Im März erschien mit „Rückwärtswalzer“ ihr dritter Roman. Vea Kaiser ist auch Kolumnistin beim „Freizeit Kurier“.

Die erste Reise, an die ich mich erinnere?
Ich muss fünf oder sechs Jahre alt gewesen sein, als unsere Eltern eine Matratze in den Fond ihres Fiat Tipo (der war damals noch ein kleines Auto!) legten und mit uns von Niederösterreich nach Apulien fuhren. Mit maximal 110 km/h.

Eine Reise, die in meinem Leben Spuren hinterlassen hat?
Wahrscheinlich genau diese erste Reise nach Apulien. Welches Kind findet das nicht toll, in einem fahrenden Auto auf einer Matratze zu schlafen? Heute würde das wahrscheinlich niemand mehr machen, wegen Sicherheitsbedenken.

Der beste Reisebegleiter?
Ist mit Abstand mein Mann. Vor unserer Hochzeit reisten wir ein halbes Jahr durch die Welt und stritten nur zwei Mal. Wir ertragen uns in unseren besten wie schlechtesten Momenten, bei Regen und bei Sonnenschein, bei Hitze und bei Kälte.

Wohin es mich zieht, wenn es mir nicht gut geht?
Zuerst ins Yoga-Studio, dann in eine kleine Buchhandlung und daraufhin in ein nettes Café. Ganz egal ob in Wien oder in Buenos Aires. Die Globalisierung der Gute-Laune-Garantie.

Eine Reise, die ich am liebsten ganz vergessen würde?
Habe ich schon vergessen. Alle Reisen, an die ich mich erinnere, haben mir etwas Neues beigebracht und waren auf ihre Art eine Bereicherung.

Wo ich das erste Mal am Meer war?
In Apulien. Dort hatte ich auch das erste Mal Kontakt mit einer Giftschlange. 

Wohin ich nie reisen würde?
In Gebiete, wo es den Menschen wirklich schlecht geht, nur um deren Elend zu erleben. 

Welches Reiseerlebnis mich am meisten erheitert hat?
Als mein Mann mir auf einem Balkon in Tokio einen Heiratsantrag machte und trotz seiner Höhenangst drohte hinunterzuspringen, wenn ich nicht Ja sagen würde.

Welches Reiseerlebnis mich nachdenklich gemacht hat?
In Indien zu merken, wie wenig ein Menschenleben wert sein kann. 

Drei Dinge, die nie in meinem Gepäck fehlen dürfen?
Kontaktlinsenflüssigkeit, Kreditkarte und Lesestoff. 

Was mich meine Reisen gelehrt haben?
Dass man nie aufhören wird, etwas durchs Reisen zu lernen.

Wo mein Lieblingsplatz in Österreich ist?
Ganz langweilig zu Hause in unserer Wohnung in Wien 2. 

Welches Reiseland ich jedem ans Herz lege?
Jenes imaginäre und ganz bezaubernde Land, in das der Geist beim Lesen eines guten Buchs reist. 

Wie viele Tage im Jahr ich im Ausland bin?
Wahrscheinlich ein gutes Drittel. 

Mit welcher Landessitte ich das größte Problem hatte?
Mit der Angewohnheit der Chinesen, einem andauernd vor die Füße zu spucken.