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GRUBER-reisen fliegt im Sommer von Graz nach Zakynthos. © GRUBER-reisen

GRUBER: Neuer Mittelstürmer für die Reise-Offensive

Ioannis Afukatudis zählt zu den erfahrendsten Tourismusmanagern Österreichs. Nach mehr als 26 Jahren bei Thomas Cook startete er Anfang Dezember als Geschäftsführer bei GRUBER-reisen und soll das steirische Traditionsunternehmen auf Expansionskurs bringen. Wenige Tage vor Weihnachten stand Ioannis Afukatudis GUTE REISE-Chefredakteur Helmut Widmann Rede und Antwort über seine Pläne und die Herausforderungen der Reisebranche.

Sie haben bei Thomas Cook Österreich eine bewegte Zeit hinter sich und sind seit 1. Dezember an Bord von GRUBER-reisen. Wie fühlt sich dieser Wechsel für Sie an?
Es war eine lange Zeit bei Thomas Cook. Aber es ist vorbei, und nun brechen neue Zeiten an. Zum Wechsel: Wie bei jeder Veränderung ist ­­anfangs alles neu. Ich wurde sehr gut aufgenommen. Das Team ist jung, selbstbewusst und dynamisch. Das Unternehmen sehr erfolgreich und eine Marke. Die Stadt Graz sehr schön. Meine Erwartung, in ein junges Team und in ein erfolgreiches Unternehmen zu kommen, bestätigt sich. Und das gibt positive Energie.

Was sind Ihre Zielvorgaben?
Ich kann nicht über konkrete Zielvorgaben sprechen, weil es diese auch in der Form nicht gibt. Wir wollen die starke Marktposition von GRUBER-reisen in den Destination Kroatien und Italien nicht nur in der Steiermark  behaupten und ausbauen und die Möglichkeiten ausnutzen, eine Destinationserweiterung zu erzielen.  Der Individualisierung soll ebenfalls weiterhin Rechnung getragen werden, ohne auf Qualität zu verzichten. Die Produkte von GRUBER-reisen werden weiterhin die höchsten Qualitätsstandards erfüllen. In Zeiten der Digitalisierung ist es – wie in jedem Unternehmen – ebenfalls erforderlich, die internen Produktionsprozesse und Abläufe auf Effizienz und Schnelligkeit auszurichten und auf die neuen Produkte einzustellen.

Was sind die wichtigsten To-Dos, um diese Ziele zu erreichen?
Das Wichtigste ist Arbeit. Es werden in den nächsten Wochen Gespräche mit Partnern stattfinden, und auch neue Partnerschaften werden entstehen.

Was verstehen Sie unter Destinationserweiterung, auf welche Destinationen schielen Sie da konkret?
Es geht hier um neue Hotels und vor allem neue Reiseziele. Konkret handelt es sich um Griechenland und Spanien. Vor allem in Griechenland sehen wir große Möglichkeiten. Wir werden für den Sommer 2020 die Insel Zakynthos mit einem Vollcharter mit fast 30 Hotels in einem Katalog exklusiv ab Graz anbieten. Somit werden wir für die Steirer unter dem Motto „Steirer fliegen lieber ab Graz“ ein sehr beliebtes Urlaubsziel vor die Haustür bringen.

An welchen Schrauben muss ein Reisebüro wie GRUBER drehen, um mehr Individualisierung anbieten zu können?
Es ist ja bekannt, dass die GRUBER-Reisebüros zu den besten gehören: qualitätsvoll, modern und innovativ mit sehr gut ausgebildeten und kundenfreundlichen Mitarbeitern.  Die GRUBER-Reisebüros sind bestens aufgestellt. Hier geht es darum, über die „normale“ Beratung hinaus, den Kundenwunsch „über zu erfüllen“. Das gilt für alle Reisebüros: Diese sollten mehr wissen als das Internet. Das Produkt muss emotionalisieren. Eigene Erfahrungen, zum Beispiel aus dem Zielgebiet, aus der Region und bestenfalls aus dem Hotel sorgen für eine hohe Beratungsqualität. Die Emotionen und das Wissen eines Experten – das kann kein Internet und auch nicht Google.

Ich bin für den Reiseveranstalter verantwortlich, und hier geht es darum, die Produkte für die Zielgruppen so maßzuschneidern, dass sie zielgruppengerecht sind. Außerdem produzieren wir eine breite Palette von Sonderreisen, im Flugbereich und im Busbereich, Städte-Flüge ebenso wie eine breite Produktpalette im Bereich Rundreisen, die nicht von der „Stange“ und „Mainstream“ sind, sondern den Anforderungen der Zielgruppen entsprechen.

Was sind Ihrer Meinung nach die Reisetrends der nächsten Jahre?
Das Destinations-Ranking der letzten Jahre wird sich im Sommer 2020 kaum verändern. Ziele wie Griechenland, Spanien, die Türkei, Kroatien und Italien werden im Vordergrund stehen. Aber auch Städtereisen sind sehr gefragt. Der Luxusurlaub wächst stetig, besonders im Fernbereich sind hochwertige Produkte beliebt. Die Vernetzung der verschiedenen Verkaufskanäle – also online und Reisebüros – wird wichtiger werden. Der Kunde möchte sich überall informieren und dann dort, wo es passt, buchen. Die Beratung in den Reisebüros ist immer noch der wichtigste Punkt für die Buchungsentscheidung. Letztendlich wird die Qualität stärker gefragt werden.

In welcher Form setzt GRUBER-reisen die Gebote der Nachhaltigkeit um? Spüren Sie da eine Bedürfnis Ihrer Kunden?
Das Thema der Nachhaltigkeit ist fast jeden Tag in allen Medien und wird an Bedeutung zunehmen. Hier ist aber auch jeder als Konsument gefragt. Im Unternehmen selbst haben wir eine strikte Mülltrennung. GRUBER-reisen hat in seiner Flotte die modernsten Busse für den Fernreiseverkehr (EURO6), die auch regelmäßig erneuert wird, um diesem Anspruch ständig gerecht zu werden. Wir senken den Papierverbrauch, indem wir unsere Prozesse digitalisieren. Auch unsere Reiseunterlagen sind in elektronischer Form erhältlich und somit umweltfreundlich.

In unserem eigenen Hotel, dem BRETANIDE Sport & Wellness Resort in Kroatien auf der Insel Brac, ergreifen wir zum Beispiel konkrete Maßnahmen, um den Ressourcen-, besonders den Wasserverbrauch zu reduzieren. Hier bieten wir unseren Gästen frische und überwiegend heimische Zutaten. Wir versuchen auch, unsere Hotelpartner nach den Kriterien der Qualität und Nachhaltigkeit auszuwählen. Und auch unsere Ausflüge in den Urlaubsdestinationen selbst werden fast ausschließlich mit  lokalen Agenturen und Guides durchgeführt. So leisten wir als Unternehmen unseren Beitrag für die lokale Gemeinde und ihre Wirtschaft.

Danke für das Gespräch.