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Helge Timmerberg © Frank Zauritz

Nachgefragt: Helge Timmerberg

Journalist Helge Timmerberg erzählt GUTE REISE von seinem ersten Urlaub, den besten Reisebegleitern und erheiternden Reiseerlebnissen.

Die Reisereportagen von Helge Timmerberg (68) sind seit vielen Jahren in allen deutschsprachigen Magazinen von Rang und Namen zu lesen: in der „Zeit“ und im „Stern“, im „Spiegel“ ebenso wie im „Playboy“. Seine Erlebnisse auf allen Kontinenten und seine stark subjektiv geprägten Schilderungen fanden bislang in 17 Büchern ihren Niederschlag. Das aktuelle Werk „Das Mantra gegen die Angst oder Ready for everything: Neun Tage in Kathmandu“ erschien im Malik-Verlag.

Die erste Reise, an die ich mich erinnere?
Als ich sechs Jahre alt war, fuhr ich mit meinem Vater nach Italien. Er hatte das VW-Käfer-Standardmodell der späten 50er-Jahre. Ich lag auf dem Rücksitz und sah durch das kleine, ovale Fenster in die Nacht. Da waren die Alpen. Da waren die Sterne. 

Eine Reise, die in meinem Leben Spuren hinterlassen hat?
Meine erste Reise über Land nach Indien 1970 kann ich leider nie vergessen, denn ich vergleiche bis heute jede andere Reise mit ihr. Und keine hält ihr stand. Weil ich damals 17 war. Und es immer weiter ging. In immer neue Welten.

Die besten Reisebegleiter?
Früher die Erfahrenen, heute die Unerfahrenen, die alles zum ersten Mal sehen. Ihr Staunen steckt mich an.

Wohin es mich zieht, wenn es mir nicht gut geht?
Nach innen. In die Meditation.

Eine Reise, die ich am liebsten ganz vergessen würde?
Ich habe eine Minute nachgedacht. Und noch fällt mir keine ein. 

Wo ich das erste Mal am Meer war?
Rimini. 1958. 

Wohin ich nie reisen würde?
Nach Schweden. Ist mir ganzheitlich zu puristisch.

Welches Reiseerlebnis mich am meisten erheitert hat?
Eine Bierkneipe in Accra (Ghana). Volle Bude. Und ich der einzige Weiße. Einer bittet mich um ein Bier. Ich geb’s ihm gerne aus. Sein Freund will auch eins. No problem. Ein dritter, ein vierter, ein fünfter Durstiger fragen mich nach einem Bier und alle tun das mit denselben traurigen Augen. Irgendwann platzt mir der Kragen und ich rufe ziemlich laut: „I’M NOT THE FUCKING UN!“. Und der ganze Laden liegt vor Lachen am Boden. Sie klopfen mir auf die Schulter – und geben mir einen aus. 

Welches Reiseerlebnis mich nachdenklich gemacht hat?
Mein Besuch im Haus der Toten von Mutter Theresa. Damals in Kalkutta. Als ich wieder zu Haus war und an der Geschichte schrieb, bat ich Gott eigentlich nur darum, mich so lange leben zu lassen, bis sie fertig ist. So wichtig war sie mir. Sie heißt „Der Tod ist ein sanfter Bruder“ und findet sich in meinem ersten Buch „Tiger fressen keine Yogis“. 

Drei Dinge, die in meinem Gepäck nie fehlen dürfen?
Reisepass, Ticket, Geld.

Was mich meine Reisen gelehrt haben?
Alles.

Wo der Lieblingsplatz in Österreich ist?
Wien. 

Welches Reiseland ich jedem ans Herz lege?
Kann ich so nicht beantworten, weil jeder anders ist. 

Wie viele Tage im Jahr ich im Ausland bin?
Mehr als im Inland.

Mit welcher Landessitte ich das größte Problem hatte?
Japan. Sie essen zu viel Fisch. Ich ekel mich vor Fisch. Es schüttelt mich, wenn ich tote Fische sehe. Das grenzt an eine Phobie.