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Der Klosterplan ist historisch mehr als wertvoll. © St. Gallen-Bodensee Tourismus

St. Galler Klosterplan feiert Weltpremiere

Der Klosterplan stammt aus dem 9. Jahrhundert und wird ab 13. April erstmals im Original ausgestellt. Zu sehen ist das Stück in einem UNESCO-Weltkulturerbe: der St. Galler Stiftsbibliothek.

Der St. Galler Klosterplan ist die älteste Darstellung eines Klosterbezirks und wurde vermutlich zwischen 819 und 826 geschaffen. Entstehungsort war das Kloster Reichenau am Bodensee. Heute ist der Plan im Besitz der Stiftsbibliothek St. Gallen und ab 13. April ist er erstmals im Original für die Öffentlichkeit zugänglich.

Einblicke ins Mittelalter

Der Plan gilt als die bedeutendste Architekturzeichnung des Mittelalters. Nach einer einführenden Multivision kann er einige Sekunden im Original betrachtet werden. Das wertvolle Dokument muss aus konservatorischen Gründen vor zu starker Lichtexposition geschützt werden.

Zu sehen ist das Exponat im Rahmen der Ausstellung „Das Wunder der Überlieferung – Der St. Galler Klosterplan und Europa im Frühmittelalter“. Weitere Highlights der Schau sind das älteste Professbuch aus der karolingischen Zeit des Klosters. Es enthält die Gelübde, welche Mönche beim Eintritt ins Kloster ablegten, sowie diverse Rechtsdokumente, zwei Verbrüderungsbücher und eine Vielzahl an Urkunden aus dem Mittelalter.

Mehr über das Kloster

Das Kloster St. Gallen in der Ostschweiz wurde um 719 von Otmar gegründet. Es wurde zu einem bedeutenden geistigen Zentrum Europas und war ein Hort der Kultur sowie eine Stätte von großer Strahlkraft. Aus dieser Blütezeit sind zahlreiche Handschriften und Urkunden erhalten, neben dem Klosterplan auch das älteste deutschsprachige Wörterbuch.

Zahlreiche Handschriften sind im Kloster entstanden und bis zum heutigen Tag dort verblieben. Touristenmagnet ist die 1758 errichtete Stiftsbibliothek, die zu den schönsten historischen Büchersälen der Welt zählt. Der Bestand der heute noch aktiven Bibliothek umfasst rund 170.000 Bücher. Die UNESCO erklärte 1983 den Stiftsbezirk mit der Stiftsbibliothek zum Weltkulturerbe.