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Ein märchenhafter Anblick: Burghausen in Bayern ist eine der vielen Attraktionen einer an Sehenswürdigkeiten reichen Gegend. © Burghauser Touristik

"S'Entdeckerviertel": Grenzenlos

Mit dem Rad die längste Burg der Welt erobern und an Flüssen entlangtouren, unbekannte Seen und ein mystisches Moor entdecken, sich auf die Spuren der Geschichte begeben und die Zukunft der Mobilität aufspüren: Das alles bietet die spannende Grenzregion von Oberösterreich und Bayern.

Quizfrage: Wo steht die längste Burg der Welt? Die rich­tige Antwort wissen wohl nur wenige. Sie befindet sich nämlich rund 50 Kilometer von Salzburg entfernt, in der bayerischen Mittelalterstadt Burghausen. Über mehr als einen Kilo­meter reihen sich Zinnen und Türme über einen schmalen Bergrücken aneinander und zeugen von der tausendjährigen ­Geschichte. Heute sind Museen und Ausstellungsräume innerhalb der Festungsmauern untergebracht. Burghausen mit seiner denkmalgeschützten Altstadt und den farbenfrohen Bürgerhäusern ist der Mittelpunkt der Region „s’Entdeckerviertel“, der ersten grenzüberschreitenden Tourismusregion Österreichs und Deutschlands. Diese umfasst Bayern und Oberösterreich sowie Teile des Salzburger Lands und beinhaltet ­unter anderem fünf Städte, acht Seen, die größte Moorlandschaft Österreichs und mit der KTM Motohall das modernste Motorradmuseum. Aber alles schön der Reihe nach, denn Hektik hat in dieser erlebnisreichen ­Gegend nichts verloren.

700 Kilometer Radwege

Das beweist alleine schon das beliebteste Fortbewegungsmittel dieser Reisegegend: Das Fahrrad bringt Besucher entspannt und gemütlich durch die leicht hügelige Fluss- und Seenlandschaft. 700 Kilometer umfasst die gut ausgeschilderte Radwegstrecke. Ideal auch für E-Bikes, die vor Ort ausgeborgt und an vielen Stellen aufgeladen werden können. Das Radwegenetz endet natürlich nicht an den Grenzen. Orien­tierung verschafft die neue Radkarte, die kostenlos in Betrieben und Tourismusbüros aufliegt.

Speckknödel und Bier

Zur Rast empfiehlt sich ein Abstecher in ein Wirtshaus oder eine Mostschenke entlang des Weges. Innviertler Speckknödel, Mattigtaler Forelle und Bier aus familien­geführten Traditionsbrauereien werden serviert. Damit einem die Puste und die Kraft nicht mitten auf dem Weg ­ausgehen, gibt es als Wegzehrung auch ein spezielles Radler-Picknick im praktischen Rucksack, gefüllt mit regionalen Schmankerln von bäuerlichen Betrieben sowie regio­nalen Herstellern und Produzenten. Wie diese nachhaltig und naturnah arbeiten, erfahren Besucher bei Besichtigungen in Schaubetrieben – von der Käserei über eine Hausweberei bis zur Hausbrauerei.

Landschaft als Erlebnis

Derartig gut versorgt lässt sich die Landschaft noch besser genießen. Und sie zeigt sich überraschend vielseitig. Wobei das Wasser eine Hauptrolle spielt. Zum „s’Entdeckerviertel“ gehören die Flüsse Salzach, Inn und Mattig. Eine besondere Aussicht bietet der Inn-Salzach-Blick, wo die Salzach auf den Inn trifft und die verschiedenen Schattierungen des Wassers deutlich sichtbar werden. Kurz vor der Mündung befindet sich der Salzachdurchbruch: Hier hat sich die Salzach nach der letzten Eiszeit etwa 70 Meter tief in den Flinzsand eingegraben, wodurch ein Steilhang mit Höhlen entstanden ist. Die Mattig wartet wiederum mit Kiesbänken und kleinen Naturbadeplätzen auf.

Zum Erfrischen und Erholen eignen sich die acht Seen des „s’Entdeckerviertels“. Sie sind unverbaut, ruhig und naturbe­lassen. Wildromantisch ist der von Wäldern umgebene Höllerersee in Eggelsberg. Sanft und ruhig präsentiert sich der ­naturgeschützte Grabensee. Aktiver geht es rund um den Holzöstersee in der ­Gemeinde Franking zu: Bierbäder und die „Innviertler Traktor-Roas“ mit Steyr-Oldtimern zum Selberfahren stehen auf dem Programm. Die Strandbäder von Lochen und Perwang liegen am Mattsee und am Grabensee, die hier nach Oberösterreich hineinreichen.

Unterwegs im Moor

Nicht versäumen sollten Gäste das Ibmer Moor, die größte zusammenhängende Moorlandschaft Österreichs. Es ist eines der vielfältigsten und artenreichsten Moore Mitteleuropas, das viele vom Aussterben bedrohte und geschützte Tier- und Pflanzenarten beheimatet. Entlang des Moorlehrpfades, der über Holzstege führt, informieren Schautafeln darüber. Eingebettet in das Ibmer Moor liegen der Seeleitensee und der idyllische Ibmer/Heratinger See. Wer das Moor und seine Geheimnisse noch besser kennenlernen will, ist bei einer Moorführung richtig.

Europareservat Unterer Inn

Ein weiteres Naturparadies ist das grenzüberschreitende Europareservat Unterer Inn im bayerisch-oberösterreichischen Grenzgebiet. Es besteht aus Wasserflächen, Schlickbänken, Auwäldern und ­Inseln und ermöglicht eine Safari der ­anderen Art: Rund 300 Vogel- und 800 Schmetterlingsarten gilt es zu entdecken, darunter selten gewordene Vögel wie den Sumpfläufer, den Sanderling oder den Nachtreiher. Amphibien wie die Gelbbauchunke und der Kammmolch lassen sich ebenfalls beobachten. Im Frühling und Sommer bilden die ­unterschiedlichsten Pflanzen ein wahres Farbenmeer. Im Auwald blühen Blausternchen und gelbe Anemonen, in der Haiminger Au Schneeglöckchen und Frühlingsknotenblumen, und der Blut­weiderich überzieht die Inseln. Goldene Sumpfdotterblumen, Wilde Reseden, Baldrian und seltene Orchideen, wie etwa die ­Pyramiden-Hundswurz, verzieren die kilometerlangen Dämme.

Vergangenheit und Zukunft

Malerisch präsentiert sich auch die Grenzstadt Braunau am Inn in Oberösterreich: Enge Gässchen, imposante Bauten und eine gotische Innenstadt sowie der sechsthöchste Kirchturm Österreichs prägen die Altstadt. Von der Vergangenheit zeugt das „Glockengießerhaus“ im Heimathaus. In diesem alten Handwerkshaus ist die älteste im deutschen Sprachraum noch im Original erhaltene Glocken­gießerwerkstatt aus der Zeit um 1385 zu sehen. Gemeinsam mit Simbach am Inn in Bayern, das auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt, hat sich die gemein­same Region „Braunau.Simbach.Inn“ entwickelt. Dadurch kann man auch kombinierte Stadtführungen hier wie da der Grenze besuchen. Nach all den Natur-, Kultur- und Genusserlebnissen fehlt nur noch eines: Highspeed und Abenteuer. Das bietet die KTM Motohall in Mattighofen. Sie zeichnet die Motorrad-Geschichte nach, zeigt die ­mutigsten Fahrer und lädt im Innovation Lab dazu ein, mithilfe neuester Technologien selber Ideen zu entwickeln.
Infos unter www.entdeckerviertel.at

GUTE TIPPS

Restaurant Forthuber
Tolles Hauben-Restaurant mit moderner „Lounge“ und traditioneller „Stubn“ im BRÄU in Munderfing.
Infos unter www.restaurant-forthuber.at

KTM Motohall
In Mattighofen gibt es für Motorradfans interaktive Ausstellungen auf drei Ebenen, virtuelle Rundgänge und besondere Originalmaschinen.
Infos unter www.ktm-motohall.com

Innviertler Traktor-Roas
In Frankring können Sie einen liebevoll restaurierten 15er-Steyr-Oldtimer-Traktor selber lenken und mit dem Bauernkabriolett die Gegend erkunden.
Infos unter www.traktor-roas.at

Stadtführungen in Braunau
Die geschichtsträchtige Stadt am Inn hat viele Attraktionen zu bieten, unter anderem den sechsthöchsten Kirchturm Österreichs. Diesen kann man unter anderem im Rahmen einer Stadtführung erklimmen, die zu weiteren historischen Plätzen Braunaus führt. Für besonders Interessierte gibt es auch weitere Themenführungen durch die Stadt

Die ganze Region mit dem Fahrrad Entdecken
Umweltfreundlich und erlebnisreich: Wer mit dem Fahrrad durchs Land fährt, sieht einfach viel mehr. Gerade das Entdeckerviertel ist ja nahezu prädestiniert für diese Art der Fortbewegung. Alle wichtigen Informationen enthält eine kostenlose Radkarte. Diese und andere Broschüren kann man unter Telefon 07722/626 44 bestellen oder im Internet unter
www.entdeckerviertel.at/infos-bestellen-1.html