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Bitte mehr vom Meer

Was hatten Charles Trenet, Ernest Hemingway und Herman Melville gemein? Eine Leidenschaft für das Meer. Aus gutem Grund: Nichts ist so entspannend wie der Blick in das Blau unendlich erscheinender Gewässer. GUTE REISE hat passende Buchtipps.

Das Meer, das keines ist

Verbindend und trennend zugleich: das Kaspische Meer. Eigentlich ist dies gar kein Meer, sondern der größte See der Welt. Es trennt und verbindet Kulturen, Religionen und Länder. Vom Weltschmerz getrieben, dokumentiert der selbst ernannte Abenteurer und Moskauer Schriftsteller Wassili Golowanow seit Jahrzenten seine Kurztrips rund um das Kaspische Meer. Seine Erzählungen stecken voller persönlicher Einblicke in Geschichte, Kultur und Literatur uns unbekannter Gegenden.

Wassili Golowanow: Das Buch vom Kaspischen Meer. Matthes & Seitz Berlin, 48 Euro

Geschichtskunde abseits des Festlands

Einen europäischen Blick auf die Bedeutung des Meeres liefert der Historiker Jürgen Elvert. Geboren an der deutschen Nordsee und Wehrdienst-Absolvent der deutschen Marine – dem Deutschen scheint das Thema auf den Leib geschneidert. „Europa, das Meer und die Welt“ zeigt, dass europäische Geschichte nicht nur auf dem Festland geschrieben worden ist. Mehr noch: Das Meer war und ist eine Bühne der Weltgeschichte. Mal Schauplatz von Seeräubern und Missionaren, mal Transportmittel in eine neue Welt – der Autor präsentiert das Meer auf spannende und verständliche Weise als unterschätzten Geschichtsträger.

Jürgen Elvert: Europa, das Meer und die Welt. Eine maritime Geschichte der Neuzeit. DVA, 45,30 Euro

Das Meer der Österreicher

Österreich liegt am Meer – damals wie heute. Genauer gesagt: an der Adria. Denn seit der Erfindung des Reisens ist sie eines der beliebtesten Urlaubsziele der Österreicher. Vor allem zu Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie urlaubten wir schon zwischen Grado und der heutigen montenegrinischen Küste. Kein Wunder: Die Adria hat ein stabiles Klima, mehr als tausend vorgelagerte Inseln und wunderschöne Hafenstädte. Die Bilderreise „Die k.u.k. Adria in Farbe“ beeindruckt mit Motiven unberührter Natur sowie mit Fotos alter Ortsansichten und der Badegesellschaften des frühen 20. Jahrhunderts.

Gregor Gatscher-Riedl: Die k.u.k. Adria in Farbe. Bilder einer Reise ans Meer um 1900. Kral, 29,90 Euro

Die Qual der Wale

Kapitän Ahab ist nur die Spitze des Eisbergs. Der intensive Walfang begann bereits im Mittelalter. Gejagt wegen seiner Verwertbarkeit und gefürchtet wegen seiner gigantischen Ausmaße und Unberechenbarkeit. Erzählungen von Matrosen und literarische Darstellungen wie Herman Melvilles „Moby Dick“ verstärkten den Irrglauben, Wale seien brutale Meeresungeheuer. Heute weiß man es besser. Andreas Tjernshaugen schildert den Weg des Wales in der menschlichen Wahrnehmung vom gefürchteten Giganten zur friedfertigen, bedrohten Tierart.

Andreas Tjernshaugen: Von Walen und Menschen. Eine Reise durch die Jahrhunderte. Residenz, 22 Euro