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Ronald Preissegger und Martina Löffler mit Trüffelsuchhund Curly. © David Anselgruber

Das mutige Trüffel-Paar aus Pöttsching

Nicht nur im Piemont oder in Istrien gedeiht die Köstlichkeit. Ronald Preissegger und Martina Löffler, die eigentlich Christbäume züchten, holen heute auch Trüffeln aus der burgenländischen Erde.

Wenn es um kreative Problemlösungen geht, macht Ronald Preissegger und Martina Löffler keiner ­etwas vor. Die Pöttschinger züchten seit mehr als 25 Jahren erfolgreich Christbäume und bringen damit Freude in die weihnachtlich geschmückten Wohnzimmer des Burgenlands. Aber es gab einen Wermuts­tropfen: Nadelbäume lieben sauren Boden. Manche der Äcker des Duos waren allerdings sehr kalkhaltig und schlecht für das Christbaumgeschäft geeignet. Was also tun? 

„Martina und ich suchten nach einer Lösung“, erinnert sich Preissegger. „Wir hatten schließlich den Mut, den Versuch zu wagen, Trüffeln zu kultivieren. Diese brauchen genau solche kalkhaltigen Boden.“ Was einleuchtend klingt, war ein riskantes Unterfangen. Denn Garantie, dass in der Pöttschinger Erde jemals Trüffeln sprießen würden, gab es keine. Vor 15 Jahren pflanzte man Bäume, die schon als Samen mit den Pilzen angereichert worden waren. „Von manchen Seiten wurden wir am Beginn unseres Projekts belächelt“, sagt Preissegger. Obwohl es im Leithagebirge schon natürliche Trüffelvorkommen gab, waren die beiden unter den Ersten, die im Burgenland Trüffeln kultivierten. Schwarzmaler prophezeiten ein fruchtloses Ende des Projekts, Preissegger und Löffler ließen sich davon nicht beirren. Ihr Projekt hat sie gelehrt: Risikofreude und Geduld machen sich bezahlt. Zehn Jahre dauerte es, bis die ersten Trüffeln geerntet wurden. Heute läuft es wie geschmiert.

Spürnase Curly ist im Einsatz

„Wir haben Burgunder-Trüffeln kultiviert. Wir ernten von etwa Anfang Juli bis in den Oktober hinein. Anders als die Weiße Trüffel, die nicht kultvierbar ist, hat die Burgunder-Trüffel eine nussige Note“, sagt Preiss­egger. Immer mit dabei ist Curly, ein Lagotto Romagnolo. Die Rasse ist bekannt als der klassische Trüffelsuchhund. Preiss­egger hat Curly übrigens selbst ausgebildet.

Belächelt wird er heute nicht mehr. Stattdessen finden die Trüffeln hohen Anklang. Egal ob frisch, als Trüffelbutter, in Öl oder Trüffel-Crème-brûlée: Auf der Feinschmeckerlandkarte des Burgenlands ist Pöttsching dick unterstrichen. An neuen Ideen mangelt es nicht. „Wir wollen weitere ­Sorten kultivieren, Frühlings- und Wintertrüffeln“, sagt Preissegger. Dem visionären Paar wird auch das mit Sicherheit gelingen. Verkauft werden die Trüffeln direkt ab Hof.

GUTE TIPPS

Trüffelmarkt

Der Trüffelmarkt in Göttlesbrunn (NÖ) ist ein herbstlicher Höhepunkt für Genießer. Vom Trüffelpesto über Trüffelmayonnaise bis hin zu Trüffeltartufata findet man eine umfassende Auswahl an Produkten. Begleitet wird sie von feinen Weinen, köstlichen Olivenölen und Einblicken in die internationale Trüffelküche. 

Trüffelfestival Graz

Auch in Graz wird im Herbst die Trüffel zelebriert. Von 27. Oktober bis 7. November kann man nicht nur in den Partnerbetrieben der Genusshauptstadt Graz herzhaft die Edelknolle verkosten, darunter auch Trüffeln aus Graz. Man kann auch bei Trüffelwanderungen im Leechwald mitmachen und den internationalen Trüffelmarkt im Paradeishof besuchen

Zum Nachlesen

Rund um die Trüffel spinnen sich viele Mythen. Das Buch „Die Trüffel: Fake & Facts“ von Christian Volbracht erzählt von Kuriositäten, Mythen und Legenden. Fördern Trüffeln die Liebe? Werden Konsumenten mit Aromen getäuscht? Zwischen raffinierten Gaunern und den Auswirkungen des Klimawandels erfährt man viel Wissenswertes.

Restaurant Tartuf
In Wien gibt es einige Restaurants, die Trüffeln servieren. Im „Tartuf“ im 15. Bezirk zeugt davon schon der Name. Vom Kabeljau mit Trüffelpüree über Rinderfilet mit Trüffeln bis hin zum Trüffeleis hat das Lokal eine schmackhafte Auswahl für Trüffelliebhaber.